Lage von Sunedison spitzt sich weiter zu

Seit Ende März ist die Aktie von Sunedison nur noch ein Pennystock – und es geht noch weiter abwärts. Am Mittag notierte die Aktie des US-Photovoltaik-Unternehmens in Frankfurt nur noch bei etwa 25 Eurocent – nochmal ein Einbruch um über 40 Prozent gegenüber dem Schlusskurs am Freitag. Das „Wall Street Journal“ berichtet bereits am Freitag, dass die Marktkapitalisierung von Sunedison seit Juli von rund 10 Milliarden US-Dollar auf nun 136 Millionen US-Dollar gesunken sei. Mittlerweile ermittelt nicht nur die US-Börsenaufsicht gegen das Unternehmen. Auch Das US-Justizministerium hat in der vergangenen Woche Ermittlungen wegen Finanzaktivitäten und falscher Angaben eingeleitet, die unter anderem im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Vivint Solar stünden, bestätigte Sunedison. Darüber hinaus gehe es um Transaktionen zwischen Sunedion und seinen Yieldco-Unternehmen Terraform Power und Terraform Global sowie Projektfinanzierungen in Uruguay. Das US-Unternehmen kündigte an, mit dem Ministerium und der Börsenaufsicht kooperieren zu wollen.

Gleichzeitig berichtet das „Wall Street Journal“ weiter, dass Sunedison bereits einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 des US-Rechts vorbereite. Dieser Gläubigerschutz könnte in den kommenden Tagen oder Wochen beantragt werden. Das US-Unternehmen befinde sich zudem in Gesprächen mit zwei Gläubigergruppen, um einen Kredit zu erhalten, um den Weiterbetrieb im Insolvenzfall zu finanzieren, heißt es in dem Bericht. Dabei solle es sich zum einen um Banken unter Führung der Deutschen Bank handeln, zum anderen um eine Gruppe von Hedge Fonds.

Nach einer weiteren Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg soll Sunedison zudem nach Käufern für indische Photovoltaik-Projekte mit einem Gigawatt Gesamtleistung suchen. Es handele sich dabei um noch nicht fertiggestellte Photovoltaik-Anlagen. Es gebe bereits Gespräche mit potenziellen Investoren. Mit dem Verkauf der Projekte wolle Sunedison Geld einsammeln, um fällige Kredite von insgesamt etwa 1,4 Milliarden US-Dollar zurückzahlen zu können. Bloomberg New Energy Finance (BNEF) schätzt den Wert der Projekte nach ihrer Fertigstellung auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben von Pashupathy Gopalan, Präsident von Sunedison in der Asien-Pazifik-Region, seien 500 Megawatt der indischen Projekte bereits finanziert und befänden sich im Bau. Der US-Hersteller beteiligte sich an zahlreichen Auktionen in Indien im vergangenen Jahr und erhielt eine Reihe von Zuschlägen für seine Projekte. Die gebotenen Preise schienen dabei aber zu niedrig, um als attraktiv zu gelten. So habe Sunedison bei einer Ausschreibung in Andhra Pradesh Zuschläge für Projekte mit 500 Megawatt Leistung für einen Preis von umgerechnet knapp 7,1 US-Dollarcent pro Kilowattstunde erhalten. (Sandra Enkhardt)