Foxconn kann Sharp für 3,5 Milliarden US-Dollar übernehmen

Nach verschiedenen Medienberichten haben die Aufsichtsräte von Foxconn und Sharp nun den Milliarden-Deal abgesegnet. Zuvor habe Hon Hai Precision Industry Co., so der offizielle Name des taiwanesischen Apple-Zulieferers, das Angebot um fast 900 Millionen US-Dollar drücken können, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Nun werde Foxconn für etwa 3,5 Milliarden US-Dollar einen Anteil von zwei Drittel an Sharp übernehmen, wie beide Unternehmen bestätigten. Der taiwanesische Hersteller werde die Sharp-Anteile für 88 Yen je Aktie erwerben. Reuters zufolge ein Nachlass von 35 Prozent bezogen auf den Schlusskurs der Aktien am Mittwoch. Der endgültige Übernahmevertrag soll nun am Samstag unterzeichnet werden.

Die Vereinbarung stellt die größte Übernahme eines japanischen Elektronik-Unternehmens durch einen ausländischen Konzern dar. Sharp hatte einen Investor gesucht, da es derzeit unter hohen Verlusten. Für das am Donnerstag zu Ende gehende Geschäftsjahr gehe der Hersteller von einem Verlust von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar aus.

Anfang Februar hatte sich Foxconn mit seinem Angebot von damals 5,3 Milliarden Euro für die Übernahme von Sharp gegen den staatliche Fonds Innovation Network Corporation of Japan (INCJ) durchgesetzt, der ebenfalls einen Rettungsplan für Sharp vorlegte. Darin enthalten waren auch Pläne, Sharps Solarsparte mit dem japanischen Modulhersteller Solar Frontier zu fusionieren. Wie die Zukunft von Sharps Photovoltaik-Geschäft nach dem Einstieg von Foxconn aussieht, blieb zunächst unklar. Der taiwanesische Konzern hatte allerdings im Vorfeld zugesagt, die Arbeitsplätze bei Sharp erhalten zu wollen. (Sandra Enkhardt)