Eon meldet Rekordverlust von sieben Milliarden Euro

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Am Donnerstag veröffentlichte der Energiekonzern Eon den Geschäftsbericht für das Jahr 2015. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) liegt demnach zwar noch mit 7,6 Milliarden Euro im Plus. Abschreibungen und Wertberichtigungen aufgrund niedriger Großhandelspreise führen aber unter dem Strich zu einem Fehlbetrag in Höhe von 7 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung des Konzerns liegt nun bei 27,7 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2014 lag sie noch bei rund 33,4 Milliarden Euro.

„Unsere Kennzahlen spiegeln wider, dass sich die Branche in einem grundlegenden strukturellen Umbruch befindet, der sich in diesem Jahr ungebremst fortsetzt“, kommentiert Konzernchef Johannes Teyssen. Die strategische Ausrichtung von Eon und Uniper auf zwei Energiewelten sei die richtige unternehmerische Antwort auf diesen Umbruch, der Weg werde aber härter und länger als erwartet.

Ende 2014 hatte Eon dieSpaltung in zwei Konzernteile verkündet. Seit dem habe sich das wirtschaftliche Umfeld und die Rahmenbedingungen der Branche deutlich verschlechtert, meint Teyssen. Annahmen über die Entwicklung von Eon und des neuen Uniper-Konzerns müssten daher kritisch überprüft werden. Insbesondere der frei verfügbare Cashflow werde wohl geringer ausfallen. Künftige Investitionen und Dividenden müssten dies reflektieren.

Dies deutet an, dass Eon in Zukunft vorerst auf die Auszahlung von Dividenden verzichten könnte. Der EnergierieseRWE hatte am Mittwoch verkündet seinen Aktionären für das Jahr 2015 aufgrund schlechter Geschäftsentwicklungen und sinkender Rentabilität der konventionellen Kraftwerke die Dividende zu streichen. Eon will hingegen für das Jahr 2015 noch eine Dividende von 50 Cent pro Aktie auszahlen.

Auf der Hauptversammlung am 8. Juni 2016 sollen die Aktionäre über die rechtliche Abspaltung von Uniper entscheiden. Trotz der miserablen Geschäftszahlen hält Teyssen am Plan fest: „Es ist richtig, die Geschäfte jetzt zu trennen und die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich die Unternehmen entlang eigener Strategien weiterentwickeln können.“

Im Geschäftsjahr 2016 habe Eon bisher mit neuen Tiefststände bei den Energiepreisen, weiterhin fallenden Gaspreise und einem anhaltend schwachen Rubelkurs zu kämpfen, heißt in einer Mitteilung des Unternehmens. Daher rechne man mit einem geringeren Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 6,0 bis 6,5 Milliarden Euro. Nach einer vollzogenen Konzernspaltung im Jahr 2016 müssten diese Prognosen allerdings angepasst werden. Diese werden dann vermutlich noch deutlich niedriger ausfallen. (Mirco Sieg)

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