Eon, RWE & Co. könnten sich für 49 Milliarden Euro komplett von Atomlasten befreien

Zwei Modelle, wie die Rückstellung der AKW-Betreiber abgesichert werden können, kursieren derzeit in der Atomkommission. Dies berichtet die Wirtschaftswoche am Freitag. Es gehe dabei darum, die von Eon, RWE, EnBW und Vatterfall gebildeten Rücklagen in Höhe von 38 Milliarden Euro in eine Stiftung oder einen Fonds zu überführen, um so das Geld für die Atomfolgekosten – also Rückbau der AKW und Endlagerung des Atommülls – zu sichern und das Haftungsrisiko des Staates zu minimieren. In dem Alternativmodell gehe es darum, dass die Energiekonzerne nur etwa 20 Milliarden Euro einbringen und dieses Geld ausschließlich für die Endlagerung des Atommülls verwendet werde. Den Rückbau der stillgelegten AKW müssten sich die Betreiber dann selbst finanzieren.

Nach dem Zeitungsbericht gibt es auch noch Überlegungen, die Energiekonzerne von einer Nachschusspflicht für die Folgekosten zu befreien, sollte das Geld in dem Fonds oder der Stiftung nicht ausreichen. Dazu müssten sie allerdings einen Risikozuschlag von rund 30 Prozent zahlen. Dies würde somit beim ersten Modell zu einem Betrag von knapp 49 Milliarden Euro führen. Damit hätten sich Eon, RWE, Vattenfall und EnBW aber dann von allen Atomfolgekosten freigekauft.

Mitte Oktober hatte die Bundesregierung eine „Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs“ (KFK) eingesetzt. Bis Februar kommenden Jahres soll sie einen Vorschlag erarbeiten, wie die Rücklagen der Energiekonzerne für die Atomfolgekosten abgesichert werden können. (Sandra Enkhardt)