Photovoltaik-Zubau deutlich unter Zielkorridor – Solarförderung wird im vierten Quartal nicht gesenkt

Die gute Nachricht zuerst: Die Photovoltaik-Einspeisetarife werden in diesem Jahr nicht mehr sinken. Die schlechte Nachricht daran ist aber, der Photovoltaik-Zubau in Deutschland stagniert weiter auf sehr niedrigem Niveau und liegt nun so weit unter dem Zielkorridor, dass gesetzlich vorerst keine weitere Degression der Solarförderung erfolgen darf. "Die Zubauzahlen der vergangenen zwölf Monate liegen mit etwa 1437 Megawatt unterhalb des gesetzlich festgelegten Zubaukorridors von 2.400 bis 2.600 Megawatt. Als Folge stagnieren die Vergütungssätze zum ersten Mal überhaupt", erklärte Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur, am Mittwoch.

Die Summe der gemeldeten neu installierten Leistung der geförderten PV-Anlagen gibt die Bundesnetzagentur für August mit 266,091 Megawatt an. Darin enthalten sei ein Zubauwert von knapp 199,4 Megawatt an Photovoltaik-Freiflächenanlagen, die seit März über das separate Anlagenregister gemeldet werden müssen. In diesem Segment gab es gerade im August nochmal einen Peak, da zum 1. September die EEG-Förderung für diese Anlagen ausgelaufen ist und sie nun nur noch über Ausschreibungen förderberechtigt sind.

Zugleich lohnt sich aber auch im August eine genauere Analyse der Zahlen. Wie in den Vormonaten auch, gibt es Nachmeldungen bei den Photovoltaik-Anlagen, die die Bundesnetzagentur dem August zugeschlagen hat. Real sind von den 4510 gemeldeten Photovoltaik-Anlagen im August mit einer Gesamtleistung von 66.699 Megawatt nur 3019 Anlagen mit 43.090 Megawatt wirklich im August in Betrieb genommen worden. Die anderen Anlagen sind Nachmeldungen von Photovoltaik-Anlagen, deren Inbetriebnahme bis ins Jahr 2009 zurückreichen sowie einige Anlagen, die im September in Betrieb gehen sollen.

Nur im Januar und Juli 2015 übersteigt die Leistung der tatsächlich in Betrieb genommenen PV-Anlagen den Wert der durch die Bundesnetzagentur gemeldeten wurde. Für die Berechnung der Degression bezieht die Bundesnetzagentur nur ihre Meldedaten (graue Balken) ein. (Grafik: pv magazine)

Dieses Phänomen, dass die Bundesnetzagentur auch verspätet gemeldete Anlagen in ihre Zubauzahlen mit einbezieht, hatte in der Branche für Unruhe gesorgt. Dies führt dazu, dass der reale Zubau in den einzelnen Monaten doch von den gemeldeten Zahlen teilweise stark abwich. Bei der Ermittlung der Degression für Oktober bis Dezember hat die Bundesnetzagentur nun erklärt: „Im Rahmen der aktuellen Berechnung der Vergütungssätze sind die Zubauzahlen der Monate September 2014 bis August 2015 berücksichtigt worden. In diesen Zahlen sind alle Meldungen in diesem Zeitraum, auch Nachmeldungen, enthalten.“ Dabei wies die Bonner Behörde aber darauf hin, dass nach einem starken Anstieg der verspätet gemeldeten Photovoltaik-Anlagen zu Jahresbeginn, deren Zahl nun wieder deutlich gesunken sei. „"In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass Verzögerungen bei der Meldung zu erheblichen finanziellen Einbußen bei betroffenen Anlagenbetreibern führen können; im eigenen Interesse sollte jeder Anlagenbetreiber prüfen, ob er seine Anlage im PV-Meldeportal registriert und eine ASO-Nummer von der Bundesnetzagentur erhalten hat", so Franke weiter.

Nach den gemeldeten Zahlen der Bundesnetzagentur beläuft der Photovoltaik-Zubau in diesem Jahr bis Ende August auf gut 1.038 Megawatt. Die Vergütungssätze für Photovoltaik-Anlagen werden im vierten Quartal weiterhin zwischen 12,31 und 8,53 Cent pro Kilowattstunde je nach Leistung für Photovoltaik-Anlagen bis 500 Kilowatt liegen. Für Photovoltaik-Anlagen mit mehr als 500 Kilowatt gilt die verpflichtende Direktvermarktung. Die Sätze für den anzulegenden Wert, der in diesem Fall gezahlt wird, liegen zwischen Oktober und Dezember weiterhin zwischen 12,7 und 8,91 Cent pro Kilowattstunde je nach Anlagengröße. (Sandra Enkhardt)