Batteriespeicher: Neues aus Industrie und Forschung

In Aachen ensteht ein Batteriespeicher mit dem Namen M5BAT mit fünf Megawatt Anschlussleistung und fünf Megawattstunden Speicherkapazität. Daran sind Eon, das Eon Energy Research Center in Aachen, die RWTH Aachen , der Batteriehersteller Exide Technologies und der Wechselrichterhersteller SMA beteiligt. Die Projektpartner bezeichnen den Speicher als „einmalig modular“. Besonders sei auch, dass der Speicher unterschiedliche Batterietechnologien verbindet, um sowohl sekunden-, minuten- als auch stundenlange Einspeicherungen möglich zu machen. Mit dem Stromspeicher soll sowohl Erfahrung bei der Bereitstellung von Regelenergie als auch im Stromhandel gesammelt werden, bei dem zeitliche Differenzen im Strompreis genutzt werden.

Der Bundesverband Energiespeicher weist darauf hin, dass mit mehr Batteriespeichern im Netz Kosten eingespart werden können. Als Beispiel nennt er, dass während der Hitzewelle Anfang August der Netzbetreiber 50Hertz tägliche Ausgaben von grob 2,5 Millionen Euro für grenzüberschreitende Eingriffe mit den Nachbarländern ausgegeben habe, um das Netz stabil zu halten. Das hätten die großen Mengen an eingespeistem Solarstrom nötig gemacht. Der Bundesverband verbindet diese Aussage mit der Forderung nach einem Energiemarktdesign, das Betreibern von Energiespeichern für solche Anwendungsfälle eine Refinanzierung entsprechend dem Systemnutzen, den sie erbringen, ermögliche.

Der Bundesverband Solarwirtschaft hat mitgeteilt, dass die Nachfrage nach der Photovoltaik-Speicherförderung in den ersten sieben Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent gestiegen ist. Seit Einführung der KfW-Förderung im Mai 2013 seien bereits weit mehr als 12.000 Speichersysteme in diesem Rahmen installiert worden. Insgesamt seien nahezu 25.000 Solarstromspeicher in Betrieb. Davon stünden fast zwei Drittel in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

RWE hat Ende August offiziell den Betrieb seiner Power-to-Gas-Anlage in Ibbenbüren aufgenommen. Sie verbindet die örtliche Strom-, Erdgas- und Fernwärmeversorgung miteinander, teilte der Essener Energiekonzern mit. Überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen werde dabei durch einen Elektrolyseur in Wasserstoff umgewandelt und anschließend im Erdgasnetz zwischengespeichert. Zu einem späteren Zeitpunkt könne er dann wieder für die Stromproduktion in einem Blockheizkraftwerk eingesetzt werden. Die Anlage habe eine elektrische Nennleistung von 150 Kilowatt und einen Nutzungsgrad von 86 Prozent.

Leclanché hat den Kauf der Muster- und Schutzrechte für Module und Batteriemanagement-Software sowie das Know-how der deutschen Ads-Tec bekannt gegeben. Damit will das Unternehmen sein Produktportfolio für stationäre Speichersysteme weiter ausbauen und zugleich seine Fertigung in der Schweiz sichern. Gemeinsam mit der kürzlichen Akquisition von Trineuron sieht sich das Unternehmen damit auf einem guten Weg zu einem Anbieter von Komplettlösungen.

Panasonic ist weltweit der führende Lieferant für kleine Batteriezellen im ersten Halbjahr 2015 gewesen. Insgesamt habe der Konzern 576,2 Millionen Zellen ausgeliefert; 285 Millionen Batteriezellen davon an Tesla , so die jüngste Marktanalyse von SNE Research zu kleinen Lithium-Ionen-Batterien. Dies seien bereits drei Millionen Zellen mehr, als Panasonic noch im Vorjahr an Tesla geliefert habe. Auf Platz zwei des Rankings liegt mit 534 Millionen Zellen Samsung vor LG Chem mit 416,6 Millionen Zellen. Diese beiden Hersteller kommen damit auf einen Marktanteil von 19,0 respektive 14,8 Prozent. Die Plätze vier und fünf nehmen ATL und Sony ein mit einem globalen Anteil von 7,6 und 7,3 Prozent.

Eguana Technologies hat sich nach eigenen Angaben mit der Sonnenbatterie nicht über eine Ausweitung der Lieferung von Bi-Direx-Leistungssteuerungssystemen einigen können. In der Folge wolle das kanadische Technologieunternehmen nun seine Lieferungen an Sonnenbatterie in diesem Quartal zurückfahren. „Wir lassen den Vertrag mit Eguana als Lieferanten für die Leistungselektronik unserer Speichersysteme auslaufen“, erklärte Christoph Ostermann, Geschäftsführer von Sonnenbatterie, auf Anfrage von pv magazine. Die Beendigung des Vertrags sei im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. Künftig wolle der Speicherhersteller auf einen neuen Lieferanten für die Leistungselektronik seiner eco-Speichersysteme setzen. (Michael Fuhs)

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