Photovoltaik und Windkraft lieferten fast 100 Prozent des Stroms

Am vergangenen Sonntagmittag deckten Photovoltaik- und Windkraftanlagen fast den kompletten Strombedarf in Deutschland. Nach Auswertung des Forums „Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik“ haben die Photovoltaik-Anlagen in der Mittagszeit mehr als 24 Gigawatt Solarstrom erzeugt. Hinzu kamen nochmal mehr als 18 Gigawatt Windstrom. Der Stromverbrauch in Deutschland lag zu dieser Zeit bei rund 55 Gigawatt, wie aus dem „Agorameter“ hervorgeht. Dies ist ein recht geringer Wert, da angesichts der sommerlichen Temperaturen, Ferienzeit und Wochenende, an denen die meisten Betriebe geschlossen sind, wenig Energie verbraucht wird. Gerade in solchen Zeiten scheint aber ein Wert von 100 Prozent Erneuerbare in Deutschland nicht mehr weit entfernt.

„Voraussichtlich werden wir die 100 Prozent Erneuerbare-Energien (EE)-Marke im Jahr 2015 nicht mehr erreichen. Aber im Frühjahr/Sommer 2016 können wir mit den dann noch neu hinzugebauten Windrädern und den leider nur wenigen neuen Photovoltaik-Anlagen erstmals die 100 Prozent EE-Versorgung schaffen. Historisch! Wenn wir beim Zubau von Photovoltaik-Anlagen wieder Gas geben und die guten Zubauraten bei Windkraftanlagen beibehalten, geht es schnell“, heißt es beim Forum. Photovoltaik und Windkraft seien in den nächsten zwei Jahrzehnten „die Arbeitspferde der Energiewende“, da sie Strom aus neuen Anlagen von unter zehn Cent pro Kilowattstunde lieferten. Zusätzlich werde aber auch Lastmanagement, Netzumbau und Speicher benötigt. Auch in Richtung Energieeffizienz müssten mehr Anstrengungen unternommen werden. Das Forum fordert zudem eine ökologisch soziale Steuerreform, um Energie etwas teurer zu machen und mit den Einnahmen die Abgaben auf bezahlte Arbeit zu senken. (Sandra Enkhardt)