EEG-Kosten: Verbände fordern Entlastung für Handel und Verbraucher

Teilen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Handelsverband Deutschland (HDE) haben ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt. Darin schlagen sie verschiedene Maßnahmen vor, wie die Verbraucher und der Handel bei der Finanzierung der Energiewende entlastet werden könnten. Die Verbände kritisieren, die derzeit vorherrschende ungleiche Verteilung der Kostenbelastung. Handel und Verbraucher finanzierten einen Großteil der staatlich festgelegten Ausnahmetatbestände bei den jeweiligen Umlagen der Energiewirtschaft. „Gemeinsam zahlen sie mit über 10 Milliarden Euro knapp die Hälfte der Kosten der Förderung erneuerbarer Energien. Gleichzeitig beziehen Handel und Verbraucher mit 167 Terawattstunden aber lediglich 31 Prozent des Stroms in Deutschland“, heißt es bei den Verbänden. Das Entlastungspotenzial durch verschiedene Maßnahmen schätzen sie auf 1,6 Milliarden Euro für ihre Mitglieder. „Dafür bedarf es lediglich der Überprüfung der Sinnhaftigkeit des zusätzlichen Ausbaus der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der kritischen Betrachtung von Netzentgeltbefreiungen und der Reduzierung des Sicherheitspuffers im EEG“, heißt es dazu.

Konkret sehen die Vorschläge von vzbv und HDE eine Entlastung von Handel und Verbraucher um 515 Millionen Euro durch eine gezielte Förderung der KWK vor. Sie fordern, auf die nun geplante Ausweitung der Förderung in diesem Bereich zu verzichten und die derzeitige Regelung fortzuführen. Mit einer Streichung von Netzentgeltbefreiungen könnten die Mitglieder um weitere 380 Millionen Euro entlastet werden. Weitere 706 Millionen Euro sollen durch den Abbau des EEG-Überschusses hinzukommen. Erst am Donnerstag hatten die Übertragungsnetzbetreiber den aktuellen EEG-Kontostand für Ende Juli veröffentlicht. Er liegt mit 3,5 Milliarden Euro immer noch massiv im Plus. Konkret wollen die Verbände die Liquiditätsreserve von zehn auf drei Prozent reduzieren.

Neben diesen konkreten Vorschlägen fordern Verbraucherschützer und Handelsverband auch, dass die Diskussion über die Privilegien der stromintensiven Industrie wieder neu aufgenommen werden müsse. „Weder der Handel noch die Verbraucher haben ein Interesse an der Abwanderung der Industrie aus Deutschland. Die Privilegien erhalten jedoch auch viele Unternehmen, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen. Zudem sollten auch der heimische Wettbewerb innerhalb des Handels und die Kaufkraft der Verbraucher in diesen Diskussionen nicht außer Betracht bleiben. Ziel muss ein ausgewogenes Verhältnis der Kostenbelastungen sein“, heißt es dazu.

Zudem weisen vzbv und HDE noch daraufhin, dass den nicht-privilegierten Letztverbrauchern auch noch eine weitere Kostenbelastung droht. Die von der Bundesregierung beschlossene Kapazitätsreserve, die vornehmlich aus alten Kohlekraftwerken bestehen soll, werde Einmalkosten von bis zu zwei Milliarden Euro sowie Jahreskosten von mindestens 250 Millionen Euro verursachen. Auch diese würden aller Voraussicht wieder auf die nicht-privilegierten Letztverbraucher abgewälzt und damit insbesondere auf Verbraucher und den Handel, so die Verbände. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.