China: Verbände fordern Verdopplung des PV-Ausbauziels auf 200 Gigawatt bis 2020

Drei führende Industrieverbände in China haben die Regierung in Peking aufgefordert, dass nationale Ausbauziel für Photovoltaik bis 2020 auf 200 Gigawatt zu verdoppeln. Hintergrund sei die erwartete Lücke bei Chinas Erzeugungskapazitäten, da die Ausbaupläne bei Kernenergie und Wasserkraft bis 2020 voraussichtlich nicht erfüllt werden. Photovoltaik sei am besten in der Lage, dieses Defizit auszugleichen, heißt es bei Chinas Photovoltaik-Industrieverband, der chinesischen Erneuerbaren-Energien-Industrievereinigung und bei China Gesellschaft für regenerative Energien.

Diese drei Verbände hätten nun diesen der Regierung schriftlich den Vorschlag gemacht, das Ausbauziel für Photovoltaik in China zu steigern, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf das Dokument. Nach dem Plan sollten die Zahl der derzeitigen Installationen versechsfacht werden, was vor allem auch zusätzliche Einnahmen für die führenden Photovoltaik-Hersteller des Landes bedeuten würde. China verfügt bislang über eine kumulierte Photovoltaik-Leistung von etwa 33 Gigawatt. Für dieses Jahr hat die nationale Energiebehörde einen Zubau von weiteren 17,8 Gigawatt als Ziel ausgegeben.

Nach Aussage der Industrieverbände genügten die derzeitigen Atom-Technologien nicht den erforderlichen Sicherheitsstandards, was den Aufbau neuer Kapazitäten verlängere. Mit dem derzeitigen Tempo könnten die notwendigen 58 Gigawatt bis 2020 an zusätzlichen Kapazitäten nicht erreicht werden. Auch die Wasserkraft hinke noch bei den Ausbauzielen hinterher, schreiben die Gruppen weiter.

Währungsabwertung schockt Finanzmärkte

Am Mittwoch hat China seine Währung Yuan nochmals um zwei Prozent abgewertet. Bereits am Dienstag war eine Abwertung um zwei Prozent erfolgt. Nach der zweiten Abwertung sei die Währung auf ein Vier-Jahres-Tief gefallen. Dies löste an den Finanzmärkten Sorgen aus, dass China nun einen „Währungskrieg“ beginnen könnte. Für die Solarindustrie in China bedeutet dies aber, dass sich die Attraktivität ihrer Exporte verbessert und zugleich die Finanzierungskosten für die führenden chinesischen Photovoltaik-Hersteller verringert.

Mehr als 60 Prozent der Solarmodule werden in China hergestellt, so dass die Währungsabwertung für die Märkte weltweit potenziell ein Segen sein könnte. Allerdings gibt es in Europa einige Bedenken. Dort ist für die chinesischen Solarmodule ein Mindestimportpreis von derzeit 0,56 Euro pro Watt festgelegt. Die Währungsabwertung könnte nun weiteren Schaden für die Erschwinglichkeit der Photovoltaik in der EU sorgen. Momentan seien Solarmodule aus China in Europa rund 25 Prozent teurer als im Rest der Welt. Der britische Erneuerbaren-Energien-Verband (REA) hat als Reaktion auf die Abwertung des Yuans gefordert, den Mindestimportpreis im Dezember auslaufen zu lassen, um einen wettbewerbsfähigen Photovoltaik-Markt in Großbritannien und Europa zu erhalten. „Die britische Solarindustrie befindet sich auf dem Weg in eine Welt jenseits von Subventionen. Kostenreduktionen bei der Installation werden damit noch wichtiger, um die Netzparität schneller zu erreichen“, erklärte REA-Analystin Lauren Cook. „Der Mindestimportpreis hat Senkungen bei den Modulkosten in den letzten Jahren verhindert und diese zusätzlichen Kosten sind durch Förderungen finanziert worden. Es ist extrem wichtig für die Solarindustrie, dass der Mindestimportpreis nicht über den Dezember 2015 verlängert wird, um eine nachhaltige Industrie zu erhalten.

In den USA hat die Geldentwertung Chinas für Verärgerung gesorgt. Sie löste Befürchtungen aus, dass der Schritt ein dreister Versuch Chinas sei, die schwächelnde Wirtschaftsentwicklung zu stoppen. Die Abwertung beeinflusse die globalen Aktien und den US-Ölpreis. Sie habe auch dafür gesorgt, dass der Australische Dollar auf ein Sechs-Jahres-Tief gegenüber dem US-Dollar gefallen sei. Chinas Zentralbank nannte die Abwertung hingegen einen einmaligen Schritt und bezeichnete den Wechselkurs des Yuans gegenüber anderen Währungen weltweit als weiterhin relativ stark. (Ian Clover, Übersetzung und Bearbeitung: Sandra Enkhardt)