Forschungsverbund um Solarworld mit Wirkungsgradrekord für PERC-Zellen

Die Nachfrage nach der PERC-Technologie (Passivated Emitter and Rear Cell) ist weltweit groß und Experten rechnen damit, dass sie sich als dominierende Technologie für kristalline Solarzellen in den kommenden Jahren durchsetzen wird. Deutschen Herstellern und Wissenschaftlern ist es nun im Zuge der Forschungsinitiative „F&E für Photovoltaik“ – oder kurz Solarstromforschung – gelungen, den PERC-Solarzellen-Wirkungsgrad für industriell gefertigte, monokristalline p-Typ PERC-Solarzellen auf 21,7 Prozent zu verbessern. Damit sei dem Forschungsprojekt „HELENE“, das von Solarworld koordiniert wird, ein neuer Weltrekord gelungen, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Bundesverbands Solarwirtschaft. Die Rekord-Solarzellen seien im Technikum der Solarworld Innovations GmbH hergestellt worden. Der Rekord sei aber nur ein Zwischenziel. „Wir wollen die Marke von 22,5 Prozent bis Ende 2017 knacken“, erklärte Phedon Palinginis, Koordinator des Forschungsverbundes und Leiter der Solarzellen-Entwicklungsgruppe bei Solarworld.

Die Ergebnisse sollen möglichst rasch in die industrielle Fertigung überführt werden. Damit könnte die Solarindustrie in Deutschland ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. „Die Photovoltaik-Industrie in Deutschland zählt nicht zuletzt wegen der wissenschaftlichen Exzellenz der Hochschulen und Institute, der führenden Anlagenbauer und der hochspezialisierten Materialhersteller technologisch zur Weltspitze“, erklärte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Die Forschungsstrategie der Bundesregierung führe in die richtige Richtung. „So werden hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik-Industrie gesichert“, sagte Körnig weiter.

Die Initiative „F&E für Photovoltaik“ ist Teil des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung und des Förderprogramms Photonik Forschung Deutschland. Im Zuge des Programms unterstützten Bundeswirtschafts- und –forschungsministerium Photovoltaik-Forschungsvorhaben über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 50 Millionen Euro. Mehr als zehn Projekte sind dafür ausgewählt worden. Sie haben eine Laufzeit bis 2017/2018. Zum Konsortium „HELENE“ zählen neben dem Photovoltaik-Hersteller die Universität Konstanz, das Institut für Solarenergieforschung (ISFH), die Fraunhofer Institute ISE und CSP sowie die Industriepartner Centrotherm Photovoltaics und Heraeus. (Sandra Enkhardt)