Familienunternehmen unzufrieden mit Energiepolitik

Für Unternehmen spielt die Energiepolitik in Deutschland eine immer wichtigere Rolle. Nun hat der Verband „Die Familienunternehmer – ASU“ eine Umfrage zu diesem Thema bei 521 Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Dabei zeigt sich, dass die Firmen sehr unzufrieden mit der gegenwärtigen Energiepolitik der Großen Koalition in Berlin sind. Die Befragten geben ihr die Schulnote 4,1 dafür. Ein Viertel der Familienunternehmen gibt die Note 3, ein Drittel die Note 4, 28 Prozent die Note 5 und 8 Prozent sogar eine 6. Kein Befragter gibt der seit Ende 2013 agierenden Bundesregierung von Union und SPD die Note 1, wie aus der pv magazine vorliegenden Befragung hervorgeht. Dabei sieht mit 47 Prozent eine Mehrheit der Familienunternehmen die Energiewende als Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland. 43 Prozent sagen, sie sei ein Risiko.

Zugleich zeigt die Befragung auch, dass nur knapp ein Viertel der Familienunternehmen von der Energiewende profitiert, während 49 Prozent einen Schaden sehen. Allerdings geben nur etwa ein Drittel an, dass die Stromkosten fünf Prozent oder mehr der Gesamtkosten des Unternehmens ausmachen. Gegenüber 2012 hat sich diese Zahl aber um acht Prozent gesteigert. Dabei investieren immer mehr der Familienunternehmen auch in Energiesparmaßnahmen. 64 Prozent geben in der Umfrage an, in den letzten drei Jahres eine solche Investition getätigt zu haben. Die meisten hätten damit eine Reduktion ihres Energieverbrauchs um zehn Prozent (42 Prozent der Befragten) oder zwischen 10 und 20 Prozent (41 Prozent der Befragten) erreicht. Zwei Prozent der Familienunternehmen gaben sogar Einsparungen von mehr als 40 Prozent mit den Investitionen in Energieeffizienz an. Die Amortisationszeit für die neuen Anlagen liegt dabei bei mehr als einem Drittel der Befragten bei vier bis sechs Jahren. Nur 15 Prozent rechnen damit, dass sich die Investition erst nach mehr als neun Jahren rechnen werde; immerhin ein Fünftel geht in den kommenden eins bis drei Jahren davon aus.

Zunehmend wird für Familienunternehmen auch die Selbstversorgung mit Energie zu einem wichtigen Thema. Immerhin 27 Prozent der befragten setzen mittlerweile schon auf Eigenverbrauch; zehn Prozent mehr als noch vor zwei Jahren, wie die Umfrage zeigt. Dabei setzten die Familienunternehmen vor allem auf erneuerbare Energien. 67 Prozent der Befragten realisierten die Eigenstromversorgung demnach mit Erneuerbaren. 38 Prozent gaben an, in Kraft-Wärmekopplung investiert zu haben, wobei auch Mehrfachnennungen möglich waren. Hauptgrund dafür sei die Abfederung steigender Stromkosten, sagten fast vier von fünf Befragten.

Allerdings zeigen sich die Familienunternehmen skeptisch, ob Eigenverbrauch angesichts der Belastung durch die EEG-Umlage seit der Novelle 2014 immer noch eine sinnvolle Alternative ist. Nur 39 Prozent sagen, dass der Aufbau einer unternehmenseigenen Stromversorgung unter den geänderten politischen Rahmenbedingungen noch sinnvoll sei. Nur 27 Prozent der Befragten schätzen, dass sie durch weitere Effizienzmaßnahmen eine hypothetische Strompreissteigerung von zehn Prozent innerhalb der kommenden drei Jahre ausgleichen könnten. (Sandra Enkhardt)