Capital Stage und EnBW geben Gebote für Prokon ab

Es war eine der größten Pleiten in der Erneuerbaren-Energien-Branche, als Anfang 2014 Prokon Insolvenz anmeldete. Rund 75.000 Anleger sollen im Vertrauen auf hohe Zinsen etwa 1,4 Milliarden Euro bei Prokon angelegt haben, dass dafür Windkraftanlagen baute und betrieb. Immerhin scheint es Interesse von Investoren zu geben, die das insolvente Unternehmen übernehmen wollen. Das „Handelsblatt“ berichtet unter Berufung auf Branchenkreise, dass EnBW ein Gebot beim Insolvenzverwalter abgeben werde. Allerdings wollte der Energiekonzern den Bericht nicht kommentieren. Nach Aussagen der Zeitung wird der Wert von Prokon auf mindestens 500 Millionen Euro geschätzt.

Zuvor hat bereit die Capital Stage AG für die Übernahme von 94,9 Prozent der Prokon Regenerative Energien GmbH ein verbindliches Angebot abgegeben. Die restlichen 5,1 Prozent sollten von einem weiteren Investor erworben werden, teilte der Hamburger Betreiber von Photovoltaik- und Windkraftanlagen mit. Zur Höhe des Angebots und weiteren Details sei mit dem Prokon-Insolvenzverwalter zunächst Stillschweigen vereinbart worden.

Voraussichtlich Mitte Mai werde der Insolvenzverwalter gemeinsam mit dem Gläubigerausschuss eine Entscheidung treffen, welches Angebot den Gläubiger auf einer Versammlung vorgelegt werden soll. Diese werde dann voraussichtlich Anfang Juli über das ausgewählte Angebot entscheiden, könnte aber auch der Alternative, die einen Genossenschaftsinsolvenzplan vorsieht, den Vorzug geben. Vor diesem Hintergrund ließe sich noch keine Aussage über den Erfolg des von Capital Stage abgegebenen Angebots machen, hieß es bei Capital Stage weiter. (Sandra Enkhardt)