DEGES startet Ausschreibung für solare Lärmschutzwände

Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) ist für die Sanierung der Autobahn 10 bei Berlin. In Michendorf nahe Berlin haben sich verschiedene Vertreter von Politik, Bürgerbewegung und DEGES darauf verständigt, einen verbesserten Lärmschutz zu erreichen. Dabei ist nun geplant, die Lärmschutzwände auf zehn Meter zu erhöhen und mit Photovoltaik-Anlagen auszustatten. Nach einem ersten gescheiterten Versuch gibt es nun ein zweites Ausschreibungsverfahren des Bundes und der DEGES dazu. Dabei soll ein Auftragnehmer gefunden werden, der sich sowohl um den Bau der Lärmschutzwände als auch der Photovoltaik-Anlagen kümmert. Nach Einschätzung der Beteiligten sind entlang der Lärmschutzwände Photovoltaik-Installationen mit einer Gesamtleistung von bis zu zehn Megawatt möglich. Der erzeugte Solarstrom müsse anschließend vom Betreiber direkt vermarktet werden.

In der Ausschreibung ist die Zahlung einer Anschubfinanzierung nach Baufortschritt vorgesehen. Die maximale Höhe beträgt 21,48 Millionen Euro, wobei Projektbeteiligte mit Gesamtkosten für Lärmschutzwände und Photovoltaik-Anlagen von rund 25 Millionen Euro rechnen. Zudem ist in der Ausschreibung klar formuliert, wie die Installationen aussehen sollen: „Die zu errichtenden Lärmschutzwände sind als integrale Solare Lärmschutzwand (SLSW), mit PV-Modulen, geplant. Dabei fungieren die PV-Module als Lärmschutzelement; eine Errichtung der SLSW als konventionelle LSW mit vorgehängten PV-Modulen ist nicht zugelassen.“ Auf dem bereits existierenden Lärmschutzwall im Bereich Wildenbruch könne zudem nachträglich eine Photovoltaik-Anlage auf der Walloberfläche installiert und betrieben werden.

Die Ausschreibung läuft noch bis Anfang Juni. Eine erste Ausschreibungsrunde der DEGES war 2013 noch gescheitert. Allerdings ist nun mit Hilfe von Landes- und Bundesmitteln die Anschubfinanzierung deutlich aufgestockt worden. (Sandra Enkhardt)Zur Ausschreibung