Sonnenzeit schafft 2014 schwarze Null

Die Sonnenzeit GmbH aus Rietberg ist eigentlich 2007 als Photovoltaik-Fachgroßhandel gestartet und entwickelte danach Montagegestelle. Seit der Photovoltaik-Markt in Deutschland aber rückläufig ist und immer mehr Unternehmen vom Markt verschwinden, hat das Unternehmen mit der Installation von Freiflächenanlagen eine neue Nische gefunden. „Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir damit eine schwarze Null geschafft“, sagt Sonnenzeit-Geschäftsführer Klaus Kordtomeikel im Interview mit pv magazine. Sein Unternehmen haben mehrere Freiflächenanlagen mit Leistungen zwischen 600 Kilowatt und 2,7 Megawatt in Deutschland für Investoren gebaut. Gerade die niedrigen Zinsen hätten das Geschäft beflügelt, sagt Kordtomeikel. Derzeit gebe es eher ein Mangel an geeigneten Flächen für Photovoltaik-Projekte als eine fehlende Nachfrage. „Wir suchen gezielt auch nach vorentwickelten Projekten. Doch die Angebote sind derzeit eher schlecht“, so die Einschätzung des Sonnenzeit-Geschäftsführers.

Doch nun kommen die Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. „Dies ist für mehr Photovoltaik in Deutschland eher hinderlich“, sagt Kordtomeikel. Es schließe Akteure wie etwa Bürgerenergiegenossenschaften aus. Kordtomeikel erwartet auch, dass der Preis eher steigen als sinken wird durch die Ausschreibungen. „Mir wäre eine Rückkehr zum alten System lieber“, sagt er. Nach Kordtomeikels Auffassung fehlt es derzeit an öffentlicher Kommunikation, dass sich Photovoltaik immer noch lohnt. Auch bei Dachanlagen – sowohl privaten als auch gewerblichen – seien die Voraussetzungen gut. Er schätzt die Amortisationszeit für private Photovoltaik-Anlagen bei einer Volleinspeisung auf zehn bis zwölf Jahre, bei gewerblichen seien es sechs bis sieben Jahre. Mit der letzten EEG-Novelle habe die Bundesregierung durch die Belastung des Eigenverbrauchs dieses Modell etwas diskreditiert und auch Mietermodelle seien kaputt gemacht worden, doch lohne sich die Photovoltaik in Deutschland, so Kordtomeikel weiter.

Er sieht auch noch Potenzial bei den Preisen für Photovoltaik-Anlagen. Derzeit verhinderten die Mindestimportpreisregelungen für die chinesischen Photovoltaik-Hersteller aber das die Preise bei den Solarmodulen weiter sinken. Wenn die Mindestimportpreise wieder wegfallen, seien 10 bis 20 Prozent niedrigere Modulpreise möglich. Nach Ansicht von Kordtomeikel ist auch die Vielfalt beim Einkauf etwas verloren gegangen. Mittlerweile setzt Sonnenzeit für seine Projekte zumeist auf Solarmodule von Heckert Solar. „Davor haben wir auch gute Geschäfte mit chinesischen Herstellern gemacht“, sagt Kordtomeikel. Aber es gebe nicht nur bei Solarmodulen noch Kostensenkungspotenzial. Auch bei Wechselrichtern und Montagegestellen seien noch Reduktionen möglich.

Sonnenzeit ist ein kleines Unternehmen mit gerade einmal fünf Mitarbeitern. „Wir sind damit aber flexibel und können schnell auf den Markt reagieren“, sagt Kordtomeikel. Noch sind neue Photovoltaik-Anlagen darstellbar. Daher sei das Ziel in diesem Jahr Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit einer Gesamtleistung von fünf bis acht Megawatt in Deutschland zu installieren. Zudem wolle sich Sonnenzeit auch gewerblichen Dachanlagen stärker zuwenden, sagt Kordtomeikel. Speichersysteme seien dagegen derzeit noch kein Thema für sein Unternehmen. „Wir haben durchaus Hoffnung auf ein gutes Geschäftsjahr 2015, aber dafür müssen die Anlagenpreise weiter sinken. Nur dann bleibt unser Geschäft rentabel“, sagt Kordtomeikel. (Sandra Enkhardt)