Mittelfristprognose: EEG-Umlage 2016 zwischen 5,66 und 7,27 Cent je Kilowattstunde erwartet

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW haben am Freitag die Mittelfristprognose für die EEG-Umlage veröffentlicht. So geben sie als realistische Bandbreite für die EEG-Umlage für 2016 an, dass sich die EEG-Umlage dann zwischen 5,66 und 7,27 Cent je Kilowattstunde liegen werde.

Beim Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) erwartet man, dass die EEG-Umlage 2016 irgendwo in der Mitte liegen wird. „Die obere Bandbreite der ÜNB-Prognose von 7,27 Cent je Kilowattstunde für das Jahr 2016 ist genauso unrealistisch wie die untere Bandbreite von 5,66 Cent“, sagte BEE-Geschäftsführer Hermann Falk. Die obere Bandbreite der ÜNB-Prognose sei allein schon deshalb unrealistisch, weil ihr gleichzeitig eine extrem hohe Erzeugung von Windkraft und Photovoltaik zugrunde lege. „Schon 2013 wurde von interessierter Seite ein Anstieg der EEG-Umlage auf 7 Cent vorausgesagt. Dieser Anstieg ist nicht eingetreten und wird es auch in den nächsten Jahren nicht. Die Zeiten stark steigender EEG-Umlagen sind vorbei“, sagte Falk weiter. Während die Übertragungsnetzbetreiber in ihrem mittleren Trendszenario eine EEG-Umlage von 6,5 Cent je Kilowattstunde erwarten, geht der BEE von 6,05 Cent je Kilowattstunde aus. Dies wäre eine weitere Absenkung. Im kommenden Jahr wird die EEG-Umlage erstmals sinken – von derzeit 6.24 auf dann 6,17 Cent je Kilowattstunde.

Die unterschiedlichen Erwartungen zwischen BEE und Übertragungsnetzbetreibern begründet der Verband mit zwei konträren Annahmen. So würden die Übertragungsnetzbetreiber kalkulieren, dass die Privilegien für die energieintensive Industrie bei der EEG-Umlage im kommenden Jahr noch ansteigen wird. Dadürch würde die Zahlung der EEG-Kosten auf weniger Schultern verteilt und die Privatverbraucher und Mittelständler müssten größere Lasten zahlen. Beim Stand des EEG-Kontos wichen zudem die Annahmen zwischen BEE und Übertragungsnetzbetreiber ab. Der Stand von Mitte September 2015 wird entscheidend in die Berechnung der EEG-Umlage 2016 einfließen. Während die Übertragungsnetzbetreiber mit einem Überschuss von 1,95 Milliarden Euro rechnet, geht der BEE sogar von 2,6 Milliarden Euro aus. „Der BEE hat schon in der Vergangenheit realistische Prognosen in einem mittleren Korridor abgegeben und ist damit gut gefahren. Deshalb halten wir an unseren Werten von 6,05 Cent für 2016 und 6,2 Cent für 2017 fest“, so Hermann Falk.

In ihrer Mittelfristprognose betrachten die Übertragungsnetzbetreiber die voraussichtliche Entwicklung für die kommenden fünf Jahre. Für 2019 erwarten sie eine installierte Leistung erneuerbarer Energiequellen von über 112 Gigawatt, wovon über 91 Prozent auf Solar- und Windenergie (Photovoltaik knapp 47 Gigawatt und Windkraft rund 56 Gigawatt) entfallen. Die prognostizierte Jahresarbeit liege dabei bei über 200 Terawattstunden. Ein knappes Viertel der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien werde dann noch über feste Vergütungssätze vergütet. Die Vergütungshöhe beziffern die Übertragungsnetzbetreiber mit rund 12,1 Milliarden Euro. Zusätzlich werde es Prämienzahlungen von 16,4 Milliarden Euro an diejenigen Anlagen geben, die sich in der geförderten Direktvermarktung befinden und eine prognostizierte Erzeugungsmenge von rund 154 Terawattstunden aufweisen. Außerdem werde für 2019 rund 0,3 Terawattstunden für weitere Formen der Direktvermarktung sowie rund 3,5 Terawattstunden an selbst verbrauchter Photovoltaik-Erzeugung prognostiziert. (Sandra Enkhardt)