Gelungener Auftakt für Münchner Solarstammtisch

Aufbruchstimmung herrschte auf dem Münchner Solarstammtisch, der am Montag im Schwabinger Wirtshaus „Zum Brunnwart“ seine Premiere feierte. Rund 50 Mitarbeiter aus der lokalen Solarbranche und Privatleute waren der Einladung der drei Initiatoren gefolgt. Eingeladen hatte Michael Schmela, langjähriger Chefredakteur der Photon International, der seit einem Jahr nunmehr als „Blogger“ in München lebt. Da er keinen Solarstammtisch in der „Solarhauptstadt Deutschlands“ gefunden hatte, beschloss er, selbst einen ins Leben zu rufen. Dafür gewann er seine Bekannten Luc Graré, Senior Vice President von REC Solar, und Joachim Nell, General Manager von Solaredge Technologies.

Mit dem Auftakt können die drei zufrieden sein. Hersteller wie Q-Cells und JA Solar waren da, Energieversorger wie Eon und Buzzn, etwa ein Dutzend Installateure, ein Analyst und Marketingexperten. Das Thema des Abends „Warum sich Solarstromanlagen für Eigenheim und Gewerbeimmobilien weiterhin lohnen“ zielte neben Installateuren vor allem auf Endverbraucher, von denen aber nur wenige gekommen waren.

Die Gäste brauchten nicht lange, um miteinander warm zu werden, denn immerhin kennen sich viele schon seit Jahren. Neue Kontakte wurden schnell und unkompliziert geknüpft, denn alle einte ein Ziel: den Photovoltaik-Markt wieder in Schwung zu bringen. So versuchten Schmela, Graré und Nell in ihren Kurzvorträgen einerseits die Chancen aufzuzeigen, die es im deutschen Photovoltaik-Markt durchaus noch gibt, andererseits betonten sie aber auch die Herausforderungen, vor denen die Solarbranche steht.

„Wir müssen das Bild über die Photovoltaik, das durch die Presse geht, positiv beeinflussen“, appellierte Schmela, der sich mehrfach über das negative Image der Photovoltaik beklagte. Von der Politik und Verbänden erwarten sie sich dabei nicht viel. Vielmehr beklagten sie, dass diese die ursprünglichen Argumente für die Solarstromerzeugung wie das Aufhalten des Klimawandels und die CO2-Einsparung seit zwei Jahren kaum noch kommunizierten. „Ich wünsche mir Verbände, die sich einsetzen und zielgerichtet arbeiten“, sagte Graré von REC.

Nach den Kurzvorträgen der Initiatoren gab es eine lebhafte Diskussion, die von Zuversicht und Zweifeln durchsetzt war. Mut machen wollte Stefan de Haan, Analyst bei IHS Solar Research. Er wies auf das hohe Potenzial bei den kleinen Dachanlagen hin, stellte aber ein Kommunikationsproblem in diesem Segment fest. In dieser Frage war man sich einig: Es braucht mehr professionelles Marketing für Eigenverbrauchsanlagen. Einige Installateure forderten hierfür mehr Unterstützung. Ein Augsburger Planer von Photovoltaik-Anlagen erinnerte an eine altbekannte Tatsache: Viele Jahre habe die Branche nur verteilen müssen, heute müsse sie verkaufen. Viele Installateure könnten dies nicht. „Entweder ich kriege jetzt die Kurve oder ich mache meinen Laden in einem Jahr dicht“, war sein Fazit.

So wurden bereits Rufe laut nach einem Brainstorming für Marketingaktivitäten, gemeinsamen Aktionen und Positionen. Schmela will künftig alle sechs bis acht Wochen zum Münchner Solarstammtisch einladen. In Bezug auf die Themen ist er offen, angedacht sind bereits Vorträge zu Photovoltaik in Mehrfamilienhäusern und Marketing. Dazu will er lokale Firmen zu Vorträgen einladen, die zugleich Sponsor sind, zum Beispiel für die Raummiete. Für den Austausch und das Netzwerken soll aber immer genügend Zeit bleiben. (Ina Röpcke)

Eine Website zum Münchner Solarstammtisch gibt es noch nicht. Wer Kontakt aufnehmen und mehr erfahren will, kann eine Mail aninfo@solarstammtisch-muenchen.de schreiben.