Forschungsprojekt will Solarstrom mit Smart Grid bändigen

Das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) hat am Mittwoch ein Testgelände eröffnet auf dem das Zusammenspiel von Photovoltaik-Anlagen und Stromspeichern mit dem Verteilnetz untersucht werden soll. Dabei sollen unter anderem Stromerzeugungsprofile und intelligente Verbraucher gesteuert und die Integration von Stromspeichern in Verteilnetze getestet werden. Partner des Projekts „Smart Grid Solar“ sind unter anderem die Städte Hof und Arzberg, mehrere Energieversorger und Unternehmen aus der Industrie, wie zum Beispiel IBC Solar.

Das Testgelände befindet sich im Stadtteil Schlottenhof der Stadt Arzberg. Dieses Umfeld sei sehr gut für das Vorhaben geeignet, da hier bereits viele Photovoltaik-Anlagen betrieben werden. Bei einem weiteren Zubau erneuerbarer Energieerzeuger müsste das dortige Verteilnetz verstärkt werden. Die Notwendigkeit dazu soll durch eine Kombination von kurzfristig nutzbaren Speichern zur Netzstabilisierung und langfristig nutzbaren Speichern zur saisonalen Verschiebung von elektrischer Energie verringert werden. Die Berücksichtigung von Wetterprognosen und des zu erwartenden Stromverbrauchs der umliegenden Haushalte soll das Gesamtsystem weiter stabilisieren. Der Ortsteil Epplas in der Stadt Hof ist ein weiterer Projektstandort.

Für die Energiespeicherung stehen drei unterschiedliche Speichersysteme zur Verfügung, eine Redox-Flow-Batterie, mehrere Kleinspeicher auf Basis von Blei-Gel Batterien sowie ein Wasserstoffspeicher, bestehend aus einem Elektrolyseur, einem LOHC Speicher und einer Brennstoffzelle. Überschüssiger Strom soll damit bedarfsgerecht an das Verteilnetz abgegeben werden. Das Forschungsprojekt wird von der Europäischen Union und vom Freistaat Bayern mit knapp sieben Millionen Euro unterstützt. (Mirco Sieg)