Centrotherm streicht mehr als 50 Stellen

Centrotherm hat den Abbau von 50 Stellen an seinem Hauptsitz in Blaubeuren und weiterer Jobs im Ausland angekündigt. Der Photovoltaik-Anlagenbauer reagiert damit nach eigenen Aussagen auf die neuerliche Marktschwäche in der Solarbranche. Damit wolle Centrotherm seine Kostenstruktur optimieren. Die Belegschaft sei am Dienstag vom Vorstand über die beabsichtigten Kostensenkungs-, Effizienzsteigerungs- und Personalmaßnahmen informiert worden. Die Kündigungen sollen so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden. Daher werde der Vorstand den Personalabbau in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat vornehmen, hieß es weiter. Betriebsbedingte Kündigungen sollten nach Möglichkeit ausgeschlossen werden. Centrotherm kündigte zudem an, dass es sein Produkt- und Serviceportfolio ausbauen und in neue Prozesslösungen, Upgrade- und Servicepakete investieren wolle. Zum anderen sollten aber auch die Material- und Herstellkosten weiter gesenkt werden sowie Prozesse optimiert werden.

Die erneute Marktschwäche führt Centroterm auf die seit Juli anhaltende Verunsicherung der Photovoltaik-Hersteller aus Taiwan und China zurück. Aufgrund der verschärften Anti-Dumpingzölle in den USA würden sie Investitionen in neue Produktionsanlagen und Kapazitätserweiterungen aktuell verschieben, begründet Centrotherm seine Anpassungen. Die positive Marktbelebung im Photovoltaik-Sektor im ersten Halbjahr 2014 habe sich zuletzt „deutlich eingetrübt“. Dennoch halte Centrotherm an seine im Halbjahresbericht veröffentlichten Geschäftszielen für das Gesamtjahr fest.

Der Anbieter von Produktionsmitteln für die Photovoltaik-Industrie konnte den Umsatz im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2013 um rund 56,5 Prozent auf 78,1 Millionen Euro steigern. Knapp die Hälfte der Erlöse stammten dabei aus der Errichtung einer Polysiliziumfabrik in Katar. Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) betrug im ersten Halbjahr 2014 minus 0,2 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es noch minus 13,1 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt Centrotherm einen Umsatz zwischen 150 und 200 Millionen Euro bei einem ausgeglichenen Ergebnis an. (Sandra Enkhardt)