Sunways verkauft Zellfertigung an Bluecell

Die Sunways AG hat einen Käufer für ihre ebenfalls insolvente Tochtergesellschaft Sunways Productions GmbH gefunden. Die Bluecells GmbH mit Sitz in Arnstadt wird die Fertigung von kristallinen Solarzellen übernehmen, wie das Unternehmen mitteilte. Die neu gegründete Gesellschaft werde alle noch am Standort Arnstadt beschäftigten Mitarbeiter und alle Assets der Gesellschaft übernehmen. Allerdings sei die Immobilie nicht Bestandteil des Übernahmevertrags, den der Insolvenzverwalter Thorsten Schleich mit Wirkung zum 1. Juni unterzeichnet habe. Die Immobilie „wird von der Insolvenzmasse gemietet“, wie Sunways weiter mitteilte.

Zum Kaufpreis machte das Photovoltaik-Unternehmen keine Angaben. Es erklärte allerdings, dass der Erlös aus dem Verkauf des Geschäftsbetriebs keine Ausschüttung an die Sunways AG als nachrangigen Gläubiger ermögliche. Die Bluecell GmbH wolle die Produktion und den Handel der Solarzellen am Standort fortsetzen, hieß es weiter. Die Produktionskapazität des Werks liegt bei rund 100 Megawatt im Jahr.

Die Fertigung am einzigen Produktionsstandort von Sunways im thüringischen Arnstadt sei schon vor einem Jahr eingestellt worden, weil der Betrieb zum Zuschussgeschäft geworden sei, sagte Schleich erst kürzlich der Nachrichtenagentur dpa weiter. Doch obwohl alle Bänder still gestanden hätten, seien dort bis heute 40 Menschen angestellt. Diese werden nun von der Bluecell GmbH übernommen.

Die Insolvenzverfahren der beiden Sunways-Gesellschaften eröffnete das Amtsgericht Konstanz Ende April. Kurz danach kaufte eine indirekte Tochter des chinesischen Photovoltiak-Unternehmens Shunfeng Photovoltaic International Limited die Geschäftsbereiche Wechselrichter und gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV) der Sunways AG. Bestandteil des Vertrags sind auch Marke und Name des Unternehmens sowie Patente, Gestaltungsmuster, Know-how, Ausrüstung, Vorräte, die zugehörigen Mitarbeitern und bestimmten Vertriebs- und Verwaltungsbereiche. Die Verbindlichkeiten übernahm Shunfeng aber nicht. (Sandra Enkhardt)