Innovationspreis an Steca, SMB Multiboard und Smart Exergy

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Die Jury um Heribert Schmidt vom Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme (ISE) hat am Donnerstag auf dem Photovoltaik-Symposium im Kloster Banz die Gewinner für den Innovationspreis bestimmt. Bewerben konnten sich alle 94 Aussteller. „Dieses Jahr hatten wir eine Spitzenzahl von 22 Bewerbungen“, sagt Schmidt. Das sei auch gut so, seien doch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Innovationen nötig.

Von den Einreichungen betrafen zwei Wechselrichter, drei handelten von Batteriesystemen und –reglern, drei von Monitoringsystemen, eines war ein BIPV-Montageystem, eines betraf die Fehlersuche in Anlagen und sieben hatten mit weiteren Systemkomponenten zu tun. „Es war für die Jury nicht einfach, die verschiedenen Einreichungen zu vergleichen“, sagt Schmidt. Sie hat sich am Ende trotzdem auf drei Sieger geeinigt. „Alle 19 anderen können sich als Vierte fühlen“, so Schmidt weiter.

Erster Preis an Steca

Der erste Preis geht an Steca für den MPPT-Laderegler Tarom MPPT 6000M, an den über zwei MPP Tracker 3,6 Kilowatt Module angeschlossen werden können. Damit lassen sich Offgrid-Systeme aufbauen. Die Jury überzeugte, dass an diesen Laderegler viele verschiedenen Batterietypen und –modelle angeschlossen werden können, auf Basis von Lithium, Nickelmetallhydrid und Blei. Die Algorithmen seien alle vorhanden. Es sei möglich, diverse Daten zu erheben wie zum Beispiel den „State of Health“, also den Zustand der Batterie.

Das Gerät eignet sich nach Aussage von Christian Illner von der Forschung- und Entwicklungsabteilung von Steca zum Beispiel für Repeater-Stationen von Telekommunikationsunternehmen. „Die werden oft mit Gleichspannung betrieben“, erklärt er. An das Gerät können Batterien zwischen zehn und 60 Volt Spannung angeschlossen werden. Es liefert nur Gleichspannung. Wer in Offgrid-Anwendungen  trotzdem Wechselstrom beziehen will, kann zusätzlich einen Inselwechselrichter anschließen. Damit ist das System auch für die klassische Offgrid-Anwendung in Deutschland, die Berghütte, geeignet. Doch es gebe auch andere Anlagenbeispiele. So betreibe ein Gewerbebetrieb in Franken 16 der Geräte parallel und lädt und entlädt damit einen 5000-Amperstunden-Speicher, zirka 240 Kilowattstunden entspricht.

Der zweite Preis geht an SMB Solar Multiboard für das Solar Multiboard. Das ist eine Auflage für Module, die es erlaubt, darauf zu laufen und zu stehen. Vorstandschef Sven Heidbüchel kommt eigentlich aus dem Fließenleger-Geschäft und hat die Auflage zunächst für die Anlage auf dem eigenen Geschäft entwickelt. Seit einem dreiviertel Jahr ist sie auf dem Markt. „Das ist ein ganz neues Produkt und so soll es beim Innovationspreis auch sein“, sagt Herbert Schmidt.

Die Jury hat überzeugt, dass damit eine Arbeitsplattform auf Dächern geschaffen werden kann, die mit Modulen belegt sind. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn in einer der oberen Modulreihen ein Modul getauscht werden muss. Ohne das Produkt muss man im Prinzip alle Module abmontieren. Oder man muss auf die Module treten, was erstens vom Modulhersteller nicht gestattet ist und zweitens zu Modulschäden führen kann. Mit dem Solar Multiboard kann man dort hingehen. Die Auflage ist TÜV geprüft und laut Schmidt wird sie auch von der Berufsgenossenschaft befürwortet. Sie ist rutschfest, so dass man einen guten Stand hat.

Der dritte Preis geht an Smart Exergy. Das Produkt mit dem Namen WMS ist eine Funksensorik für Photovoltaik-Module. Damit lassen sich im Modul Fehler erkennen und Module abschalten. Es hat außerdem eine Lichtbogendetektion. Es soll möglich sein, mehrere 10.000 Module mit dem System anzusprechen. (Michael Fuhs)

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