Eon wie RWE mit Gewinneinbruch

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Eon SE hat am Mittwoch seine Geschäftszahlen für 2013 vorgelegt. Die wirtschaftliche Entwicklung sei im Rahmen der Erwartungen gewesen. Der Umsatz sei im Vergleich zu 2012 um sieben Prozent auf rund 122,5 Milliarden Euro gesunken, teilte Eon mit. Das EBITDA-Ergebnis sank um 14 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro und das EBIT-Ergebnis um 19 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro, wie es weiter hieß. Der nachhaltige Konzernüberschuss sei um knapp 50 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro eingebrochen. Insgesamt habe Eon seine wirtschaftliche Nettoverschuldung gegenüber dem Vorjahr aber von 35,8 auf knapp 32 Milliarden Euro senken können.

Die Begründung für den teilweise drastischen Umsatz- und Gewinnrückgang sieht der Eon-Vorstand – wie auch die Konkurrenz bei RWE – hauptsächlich bei der deutschen Energiewende. „Das Jahresergebnis spiegelt deutlich die Belastungen durch ein schwieriges wirt­schaftliches und regulatorisches Umfeld in Europa wider. Vor allem die Auswir­kungen politischer Entscheidungen in Deutschland und die damit verbundenen unzureichenden Marktpreise für konventionelle Energien belasten weiterhin die Erzeugung, einen der traditionellen Eckpfeiler unseres Geschäfts“, erklärte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen. Der Energiekonzern versuche, sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. So werde regelmäßig die Rentabilität der Erzeugungsanlagen überprüft. Bislang sei daraufhin die Stillegung von fast 13 Gigawatt Kapazität beschlossen worden, weil diese Kapazitäten als nicht mehr rentabel gelten, hieß es weiter. Dies sei mehr als ein Viertel der gesamten Kapazitäten im konventionellen Bereich von Eon in Europa.

Mit Blick auf neue Investitionen zeigte sich Eon zurückhalten. Der konzern werde in den nächsten Jahren dafür „nur begrenzte Mittel aus dem laufenden Geschäft“ erwirtschaften können. Eon wolle sich daher auf die notwendigen Investitionen zur Instandhaltung und in Netze sowie den Ausbau des Geschäfts mit erneuerbaren Energien konzentrieren. Im vergangenen Jahr waren die Investitionen des Energiekonzerns in erneuerbare Energien allerdings rückläufig, wie die veröffentlichten Zahlen zeigen. Die Umsatzerlöse dieses Segement sanken leicht von knapp 2,6 auf 2,4 Milliarden Euro, während sich das EBITDA-Ergebnis von 1,35 auf 1,43 Milliarden Euro verbesserte. Die Investitionen in Erneuerbare schraubte Eon gegenüber 2012 aber deutlich zurück – sie fielen von 1,8 auf gut 1,0 Milliarden Euro. „In unsere neuen Geschäfte investieren wir mit Augenmaß, Risiken halten wir sehr begrenzt. Ich sage aber auch: Nicht zu investieren, ist für uns keine Option, die Transformation des Unternehmens muss auch und gerade in angespannten Zeiten weitergehen, denn nur so können wir die Grundlage für zukünftige Erträge legen“, erklärte Teyssen weiter.

Eon hat im vergangenen Jahr bereits massive Mitarbeiter abgebaut. Der Energiekonzern bezifferte die Zahl seiner Mitarbeiter Ende des Jahres mit 62.239. Ende 2012 beschäftigte Eon noch gut 72.000 Menschen. Für das laufende Geschäftsjahr erwarte der Vorstand einen weiteren Rückgang des EBITDA-Ergebnisses auf 8,6 bis 8,0 Milliarden Euro bei einem bereinigten Konzernüberschuss zwischen 1,5 und 1,9 Milliarden Euro. (Sandra Enkhardt)