IG Metall kritisiert Bosch wegen Kahlschlag bei Aleo Solar

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Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen hat scharfe Kritik am Bosch-Konzern geübt. Es geht dabei um den Verkauf der Anteile an Aleo Solar an ein asiatisches Konsortium. "Erneut wird Ostbrandenburg tief erschüttert, und das wird auch noch ausschließlich über die Medien kommuniziert", kritisierte Bezirksleiter Olivier Höbel. Mit den Ausstieg von Bosch sei der Standort in Gefah und hunderte Familien stünden vor einem Scherbenhaufen. „Es ist völlig inakzeptabel, Investitionen und das Know-How der Beschäftigten einfach aufzugeben und wie auf dem Basar die Filetstücke feil zu bieten. Der Bosch-Konzern hat eine Verantwortung für die Beschäftigten und die Region“, sagte Höbel weiter. Er verwies darauf, dass die Photovoltaik das Zukunftsprojekt in der Region um Prenzlau gewesen sei. Es müsse nun darum gehen, die industrielle Basis der Solarindustrie in Brandenburg zu stabilisieren, um Arbeitsplätze zu retten, so der Gewerkschafter weiter.

Am Mittwoch hatte Aleo Solar den Verkauf seines wesentlichen operativen Geschäfts einschließlich des Produktionsstandorts Prenzlau und der Marke Aleo an die Hamburger SCP Solar GmbH verkündet. Hinter dieser Erwerbsgesellschaft aus Hamburg steht ein Konsortium, zu dem Sunrise Global Solar Energy aus Taiwan, Choshu Industry aus Japan sowie Pan Asia Solar aus Hongkong gehören. Sie wollen weiter monokristalline Hochleistungsmodule der Marke Aleo produzieren und vertreiben. Dafür sollen rund 200 Mitarbeitern ein neues Beschäftigungsverhältnis angeboten werden. Aleo Solar gab die Zahl seiner Mitarbeiter zuletzt mit rund 730 an. Für rund 500 Mitarbeiter gibt es nach der Übernahme, die noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre und des Kartellamts steht, wohl keine Zukunft. Für sie sei die Gründung einer Transfergesellschaft geplant. Zu den Vertragsdetails war noch bekannt geworden, dass die SCP Solar die Produktionsstätte in Prenzlau einschließlich Anlagevermögen, Vorräten, gewerblichen Schutzrechten und Anteilen an einem Tochterunternehmen für einen Euro erwirbt und zusätzlich von den drei Investoren mit Eigenkapital in Höhe von 13,5 Millionen Euro ausgestattet werden soll. Gleichzeitig zahlt Aleo Solar dem Hamburger Unternehmen eine Mitgift in Höhe von zehn Millionen Euro. Die Robert Bosch GmbH, der 90 Prozent von Aleo Solar gehören, leistet an die AG zudem einen Transaktionsausgleich in Höhe von 31 Millionen Euro, wie es weiter hieß. (Sandra Enkhardt)