Strombörsen veröffentlichen Positionspapier zur EEG-Reform

Teilen

Die European Energy Exchange (EEX) und die Europäische Strombörse EPEX SPOT haben ein gemeinsames Positionspapier für die geplante EEG-Reform vorgelegt. Sie fordern eine stärkere Marktintegration von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse, die über die heutige Form der Direktvermarktung hinaus gehen müsse. Sie gehen dabei noch einen Schritt weiter als in den Vorschlägen von Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD), heißt es in einer Mitteilung der Strombörsen. Kernstück ihres Vorschlags sei, die Vermarktung von erneuerbarem Strom stärker an der aktuellen Nachfrage auf dem Großhandelsmarkt zu orientieren.

„Bereits heute kann in Zeiten schwacher Nachfrage eine Überproduktion von Erneuerbaren Energien auftreten. Das führt zu Mehrkosten, die durch eine bessere Koordinierung von Angebot und Nachfrage vermieden werden können“, erklärte Jean-François Conil-Lacoste, Vorstandschef der EPEX SPOT. Der Großhandelspreis sei geeignet, um Angebot und Nachfrage effizienter zu koordinieren. Mit der Marktintegration der Erneuerbaren werde zudem sichergestellt, dass sich auch Photovoltaik, Windkraft und Biomasse bei ihrer Erzeugung am aktuellen Strompreis ausrichteten. Dies würden konventionelle Kraftwerke bereits tun.

Der von Gabriel vorgeschlagene Übergang zu einer verpflichtenden Direktvermarktung für neue Anlagen sei „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“. Die Strombörsen unterstützten dies, wollen aber zugleich noch mehr. „Mittelfristig ist aber die verpflichtende Direktvermarktung auf Basis einer gleitenden Marktprämie nicht ausreichend, damit EEG-Anlagen ihre Stromerzeugung nach dem Bedarf ausrichten. Sie sollte daher zukünftig auf einer fixen Marktprämie beruhen, welche durch ein wettbewerblich gestaltetes Ausschreibungsmodell ermittelt wird“, heißt es in ihrer Erklärung. In den Ausschreibungen sollten auch fixe Vergütungssätze ermittelt werden. Als Modell schlagen die Strombörsen vor, dass die Betreiber von Neuanlagen zusätzlich zu den Erlösen am Strommarkt nach installierter Erzeugungsleistung oder mit einem begrenzten Kontingent an geförderten Kilowattstunden vergütet werden sollten.

EEX und EPEX Spot sehen in diesem Modell eine stärkung der wettbewerblich ermittelten Strompreiskomponente für die Verbraucher. Diese belaufe sich allerdings auf weniger als ein Viertel des Gesamtpreises. Den Rest machten hauptsächlich Netzentgelte, Steuern und Umlagen aus. Eine weitere Entlastung der Verbraucher wäre möglich, wenn es einen intensiveren Handel mit Herkunftsnachweisen gebe. „Es ist sinnvoll, die grüne Eigenschaft des EEG-Stroms über Herkunftsnachweise separat zu vermarkten. Durch eine solche zusätzliche Einnahmequelle für regenerative Erzeugungsanlagen ließe sich im Gegenzug die EEG-Umlage weiter verringern“, sagte EEX-Chef Peter Reitz. (Sandra Enkhardt)