Colexon nimmt nochmal Anlauf

Anfang 2013 haben die Aktieninhaber von Colexon Energy ein ähnliches Vorhaben zwar schonmal verhindert. Trotzdem startet das Hamburger Unternehmen erneut den Versuch einer Kapitalerhöhung. Vorstand und Aufsichtsrat haben am Dienstag beschlossen, den Aktionären der 7C Solarparken NV anzubieten, mindestens 80 Prozent des belgischen Solarunternehmens zu erwerben. Als Gegenleistung sollen diese kein Geld erhalten, sondern neue Colexon-Aktien, „die auf der Grundlage noch zu fassender Hauptversammlungsbeschlüsse ausgegeben werden sollen“, so das Unternehmen. Konkret müsste Colexon demnach das Grundkapital im Verhältnis 2:1 herabsetzen, danach würden die belgischen Aktionäre für jeden eingebrachten Anteilsschein 3.500 neu auszugebende Colexon-Aktien erhalten. Das Angebot an die Aktionäre der 7C Solarparken NV läuft bis zum 24. Februar um 24 Uhr.

Im Dezember 2012 hatte Colexon den belgischen Aktionären ein in den Grundzügen vergleichbares Angebot unterbreitet, das damals dem Unternehmen zufolge einstimmig angenommen worden war. Das Vorhaben scheiterte jedoch im Februar 2013 bei der außerordentlichen Colexon-Hauptversammlung, wo das Unternehmen nicht die notwendige Zustimmung von 75 Prozent erreichte. Vorstand und Aufsichtsrat halten es „nach Gesprächen mit einzelnen Aktionärsgruppen“ aber jetzt für aussichtsreich, diese Mehrheit für das aktuelle Vorhaben bei der ordentlichen Hauptversammlung am 17. April zu erreichen.

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, biete die Beteiligung an der 7C Solarparken NV die Möglichkeit, das bestehende Eigenbetriebsportfolio an Photovoltaik-Kkraftwerken deutlich auf rund 67 Megawatt auszubauen. Damit könne Colexon die Ertragslage verstetigen und verbessern. Die 2008 gegründete 7C Solarparken NV verfügt demnach zurzeit über eine installierte Kapazität von rund 41 Megawatt und habe einen eindeutigen geografischen Investitionsschwerpunkt in Deutschland. 7C Solarparken NV ist mit 25 Prozent an Colexon beteiligt.

Außerdem will Colexon nach der Kapitalherabsetzung eine Optionsanleihe begeben, um die Liquidität zu verbessern – ebenfalls ein Punkt, über den die Aktionäre abstimmen müssen. Die Anleihe soll laut Colexon ein Volumen von bis zu 1,5 Millionen Euro haben und in bis zu 4.436.139 Teiloptionsanleihen mit einem Nennwert von je 0,34 Euro unterteilt sein. Jede Teiloptionsanleihe soll mit einem Optionsschein ausgestattet sein, der jeweils zum Erwerb einer Colexon-Aktie berechtigen soll. Geplant ist ein fester Zinssatz von drei Prozent p.a. bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, die Optionen sollen zwischen September 2014 und Ende 2016 bei Preisen zwischen 1,56 und 1,98 Euro je Aktie ausgeübt werden können. Derzeitige Aktionäre sollen für zwei bestehende Aktien eine Teiloptionsanleihe beziehen können, wobei die an die Aktionäre von 7C Solarparken NV auszugebenden neuen Aktien nicht bezugsberechtigt sein sollen. Auch etwaig entstehende Zuteilungsspitzen sollen ausgeschlossen werden. Damit will Colexon es den derzeitigen Aktionären ermöglichen, die Verwässerung ihrer Beteiligung abzuschwächen. (Petra Hannen)