Besprechungen von Montagesystemen

Während die Marktübersichten in dieser Ausgabe in die Breite gehen, gehen die Besprechungen in die Tiefe. Dadurch sind sie auch für diejenigen lesenswert, die nicht direkt daran denken, eines der besprochenen Systeme zu verwenden. Denn in der Auseinandersetzung mit den realen Systemen erfährt man, worauf es überhaupt ankommt. Zum Beispiel, welche Rolle die Haftreibungsmessung bei der Berechnung der Ballastierung spielt. Oder wie Dachhaken geformt sein müssen, damit Ziegel bei Überlast nicht sofort brechen. Oder was es mit der Spaltbreite beim Setzen der Modulklemmen auf sich hat.

Inhalt der Evaluationen

Die Hersteller müssen mit dem Montagesystem acht Module auf einem Übungsdach installieren. Der Gutachter schaut sich diese Probemontage an und stellt im Anschluss ganz viele Fragen. Dabei sind die folgenden Kriterien wichtig: Montagefreundlichkeit

  • Hilfen für den Installateur (zum Beispiel Statikberechnungen)
  • Flexibilität des Systems
  • Funktionalität
  • Bauaufsichtliche Zulassung
  • Materialeinsatz
  • Vollständigkeit der Lieferung an den Installateur
  • Zeit für den Aufbau

Daraus setzt sich die Qualität eines Systems zusammen. Die Systeme sind meist für einige dieser Kriterien optimiert, aber nicht für alle gleichzeitig. Es gibt also keine absoluten Gewinner oder Verlierer. Die Bewertung hilft einzuschätzen, ob ein System für den jeweiligen Installateur und bestimmte Anwendungen interessant sein könnte. Vor allem ist die Zeit nicht der allein maßgebliche Parameter. Wenn man sich eine gute Montagezeit damit erkauft, dass ein System vormontiert und dadurch teurer ist als Vergleichssysteme, muss jeder für sich eine Kosten-Nutzen-Abwägung machen. Eine solche ist nicht Teil der Besprechungen. Wie bei den Modultests müssen die Hersteller die Kosten für den Gutachter übernehmen. Für die Unabhängigkeit stehen der Gutachter und pv magazine ein, die die inhaltliche Verantwortung für die Texte übernehmen.

Bei den statischen Berechnungen, die die Hersteller anbieten, hat sich übrigens gezeigt, dass nicht alle immer nach EN 1991 berechnen, sondern teilweise nach der veralteten DIN 1055. Die Informationen auf den Datenblättern sind dabei häufig nicht eindeutig. So wird mit der bekannten DIN 1055 geworben, obwohl die Berechnung bereits auf die EN 1991 aktualisiert wurde. In der Regel gehen davon keine Gefahren aus, da sich die Ergebnisse häufig nur im Detail unterscheiden. Umso verwunderlicher ist es, dass nicht normgerecht vorgegangen wird.

In dieser Ausgabe finden Sie folgende Besprechungen:

  • Varista-Aufdachsystem Seite 64
  • Solarworld-Indachsystem Sundeck Seite 67
  • Schletter-Flachdachaufständerung AluGrid Seite 70
  • Ilzosurf-Flachdachaufständerung Ilzowave Seite 74
  • Knubix-Montagesystem SR Seite 77
  • IBC-Flachdachaufständerung IBC AeroFix Seite 80

Videos und mehr

Auf unserer Website finden Sie Videos einiger der besprochenen Probemontagen. Sie eignen sich besonders gut, um ein Gefühl für die Systeme zu bekommen. Außerdem finden Sie dort Links zu älteren Besprechungen:www.pv-magazine.de/montagebespechungen/