Merkel will schnelle EEG-Reform

Teilen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die derzeit händeringend nach einem Koalitionspartner für eine neue Regierung sucht, hat sich in einer Rede bei einer Veranstaltung der IG Bergbau, Chemie und Energie (BCE) zu wichtigen Themen der nächsten Zeit geäußert. Dabei schnitt sie auch die Energiewende an. "Es gibt im Grundsatz einen breiten gesellschaftlichen Konsens über die Frage, was wir nicht wollen und auch über die Frage, was wir wollen. Aber wir haben noch nicht die einzelnen Komponenten so miteinander verzahnt, dass wir davon sprechen können, dass uns das auch wirklich gelingen wird", sagte Merkel dazu. Aus ihrer Sicht müssten der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Verfügbarkeit der grundlastfähigen Energien und der Ausbau der Netze besser aufeinander abgestimmt werden.

Merkel betonte in ihrer Rede, dass sie „ dringendsten Handlungsbedarf bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes“ sehe. Dabei müssten Photovoltaik, Windkraft und Biomasse näher an den Markt gebracht werden. "Erneuerbare Energien werden nur dann marktfähig, wenn sie eingespeist und verwendet werden können. Ohne eine neue Infrastruktur kann die Energiewende nicht gelingen", sagte Merkel weiter. Andererseits verwies die Kanzlerin auf die steigenden Energiepreise in Deutschland, während in anderen Ländern die Kosten sinken würden. Sie äußerte die Sorge, dass dies massive Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit habe und zu Verlagerungen von Unternehmensstandorten führen könne. Die Berechenbarkeit von Energiepreisen sei daher absolut notwendig. "Kosten müssen fair und sozial gerecht verteilt werden, damit die Akzeptanz der Energiewende bei Bürgern und Unternehmern erhalten bleibt", sagte Merkel weiter.

Bei dem Thema Energiewende seien die Standpunkte von CDU und SPD gar nicht soweit auseinander, sagte Merkel nach einem Bericht der „Welt“ auf der Gewerkschaftsveranstaltung in Hannover. Vertreter beider Partei würden die Notwendigkeit einer EEG-Reform sehen. Diese müsse „sehr schnell“ umgesetzt werden. Merkel sprach sich zudem für eine Verknappung der CO2-Zertifikate aus, um endlich den Emissionshandel in Gang zu bringen. Dies war bislang am Koalitionspartner FDP gescheitert. Nun stehen alle Signale aber auch eine große Koalition mit der SPD. Nach der Absage der Grünen für Koalitionsverhandlungen mit der Union ist dies auch die letzte verbliebene Option für Merkel. Ob CDU, CSU und SPD Gespräche über die Bildung einer neuen Regierung aufnehmen werden, entscheidet sich noch in dieser Woche. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.