Photovoltaik wirkt sich künftig kaum noch auf EEG-Umlage aus

Agora Energie hat eine Kurzanalyse des Öko-Instituts zur EEG-Umlage 2014 sowie der zu erwartenden Entwicklung in den kommenden Jahren vorgelegt. Zentrale Ergebnisse der Studie sind, dass die EEG-Umlage in den kommenden Jahren nicht mehr wesentlich steigen wird. Für 2017 erwarten die Wissenschaftler einen Wert von 6,7 Cent je Kilowattstunde. Im kommenden Jahr wird die EEG-Umlage bei 6,24 Cent je Kilowattstunde liegen, wie die Übertragungsnetzbetreiber am Dienstag bekanntgaben. Zudem zeigt die Kurzanalyse, dass die Steigerung der EEG-Umlage von knapp einem Cent je Kilowattstunde bei einer Weitergabe der gesunkenen Börsenstrompreise an die Verbraucher mehr als kompensiert werden könnte.

Auf der anderen Seite sind es gerade die gesunkenen Börsenstrompreise, die derzeit den Anstieg der EEG-Umlage hauptsächlich verursachen. Dies mache 0,36 Cent je Kilowattstunde der Steigerung im kommenden Jahr aus. Auch die Industrieprivilegien schlugen der Studie zufolge mit 0,14 Cent je Kilowattstunde zu Buche. Die energieintensiven Unternehmen zahlen weiterhin nur den minimalen Beitrag von 0,05 Cent je Kilowattstunde. Dieser Wert ist seit der Schaffung der EEG-Umlage nicht erhöht worden. Die Zahl der Unternehmen, die privilegiert sind, hat sich indes vervielfacht.

Nach der Studie der Agora Energiewende hat der Ausbau der Erneuerbaren einen Anteil von 46 Prozent oder 0,44 Cent an der Umlagesteigerung im kommenden Jahr. Der größte Kostenblock sei mit 0,19 Cent dabei die Offshore-Windkraft. Die in den vergangenen Jahren immer wieder als Sündenbock verschrieene Photovoltaik schlage hingegen gerade einmal mit 0,08 Cent zu Buche und damit noch weniger als die Windkraft an Land. Das Öko-Institut hat sich in seiner Analyse auch mit der künftigen Rolle des Solarstroms für die EEG-Umlage auseinander gesetzt. Demnach seien durch die teuren Zubau-Jahrgänge 2010, 2011 und 2012 bereits 87 Prozent der künftigen Kosten für den Solarstrom langfristig festgelegt. Die seit 2013 gebauten Anlagengenerationen werden hingegen nur noch einen Anteil von 13 Prozent an den langfristigen Kosten der Solarstromförderung haben. „Das bedeutet auch: ca. 90 Prozent der Kosten (wenn man die Anlagen bis September 2013

mitzählt), die langfristig für die Photovoltaik anfallen, sind zum heutigen Zeitpunkt – Herbst 2013 – bereits durch die bisher existierenden Anlagen festgelegt“, so ein Ergebnis der Studie. Die Wissenschaftler nehmen dabei an, dass das offizielle Ausbauziel für Photovoltaik von 52 Gigawatt etwa Anfang des Jahres 2018 erreicht wird. Dann würde die Solarförderung nach den derzeit geltenden EEG-Richtlinien auslaufen. (Sandra Enkhardt)