Breil: „Solarförderung abschaffen“

pv magazine: Was war Ihr größter Erfolg in der zurückliegenden Legislaturperiode?

Klaus Breil: Die Novellierung des Kraft-Wärmekopplungsgesetz. Inzwischen zeigt sich, dass Industrie und Versorgungswirtschaft die sich bietenden Möglichkeiten umfassend wahrnehmen. Wir haben das Gesetzt entscheidend geprägt. Bei den Förder-Tatbeständen haben wir eine Höchstsumme festgelegt. Somit kann die Förderung nicht wie bei den Erneuerbaren Energien ausufern und ein Fass ohne Boden werden.

Was ist Ihr wichtigstes energiepolitisches Ziel für die Zeit nach der Wahl?

Wir brauchen mehr Markt in allen Bereichen der Energiewirtschaft. Dazu gehört die Abschaffung der Förderung derjenigen Erneuerbaren Energien, die erkennbar keine Förderung mehr benötigen. Das trifft auf Photovoltaik und große Teile der Windenergie zu. Aus früherer beruflicher Tätigkeit habe ich in Erinnerung, dass manche Firmen hier zeitweise Gewinnmargen (EBIT) von über 35 Prozent hatten. Und diese Unternehmen wussten damals schon, dass sich die Subventionstatbestände nicht dauerhaft durchhalten lassen. Sie hatten versprochen, bis 2010 von der Förderung unabhängig zu sein. Trotzdem haben sie bei der Entwicklung von Speichern und neuen Techniken versagt. Heute wird in den ländlichen Regionen unglaublich viel Strom produziert, wo er häufig keine Abnehmer findet. Deshalb sollten Erneuerbare künftig nur noch da gefördert werden, wo der Strom auch verbraucht werden kann.

Wie viele Energieunternehmen haben Sie in der letzten Legislaturperiode besucht?

Weit über 100. Und nicht nur die Erzeuger, sondern auch die großen Energieverbraucher vor allem aus der Grundstoffindustrie, wie die Chemie-, Papier-, NE-Metall- und Stahlhersteller.

Wie sollte der deutsche Strommix 2025 aussehen und wie hoch sind dann die CO2-Emissionen pro Kopf?

Es gibt den Gleitpfad der Bundesregierung mit dem Ziel, bis 2050 schon 80 Prozent der Primär-Energie zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren zu beziehen. Dazu bekennen wir uns. Und das müssen wir organisch weiterentwickeln. Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit sind dabei auch zu beachten.

Wie halten Sie es selber mit der Energie: Ökostrom oder Strommix? Heizen – erneuerbar oder konventionell? Reisen über 500 km überwiegend mit Auto, Bahn oder Flugzeug?

Ihre Frage ist mir zu persönlich. Aber gehen Sie davon aus, dass ich mich in allen Bereichen der Technikanwendung nachhaltig verhalte. Wir haben unser Haus energetisch saniert, Fenster und Glasfassaden erneuert und eine Gas-Brennwertanlage eingebaut. Dadurch ist der Gasverbrauch bereits deutlich über 50 Prozent gegenüber früher rückläufig. Das Verkehrsmittel mit der besten Energiebilanz ist in Deutschland auf mittleren Strecken übrigens das praktisch immer gut ausgelastete Flugzeug. Noch weniger verbraucht etwa auf Strecken von Hamburg nach München nur ein PKW mit vier Personen an Bord.

Das Interview führte Marcus Franken, Chefredakteur zeo2.

In den kommenden Tagen veröffentlichen wir die Interviews mit den energiepolitischen Sprechern der weiteren Bundestagsparteien.