SAG Solarstrom stellt defizitären Partnervertrieb ein

Die SAG Solarstrom AG hat erfreuliche Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Der Umsatz sei gegenüber dem Vorjahr um 64,6 Prozent auf 62,9 Millionen Euro angewachsen, teilte das Freiburger Photovoltaik-Unternehmen mit. Der Umsatz sei dabei hauptsächlich über die Realisierung von Photovoltaik-Projekten in Großbritannien erwirtschaftet worden. Weitere Projekte seien in Deutschland und Rumänien realisiert worden, sagte Karl Kuhlmann, Vorstandschef der SAG Solarstrom, bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen. Im zweiten Quartal sei dabei ein EBIT-Gewinn von 0,5 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Im ersten Halbjahr sei das operative Ergebnis aber aufgrund von hohen Vorlaufkosten für verschiedene Photovoltaik-Projekte noch negativ und lag bei -2,1 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr bestätigte SAG Solarstrom aber seine Prognose. Es werde von einem Installationsvolumen von mehr al 117 Megawatt ausgegangen, bei einem positiven operativen Ergebnis.

Kuhlmann äußerte sich wenig optimistisch zu den Zukunftsaussichten des deutschen Photovoltaik-Markts. Das Volumen liege rund 60 Prozent niedriger als vor einem Jahr und auch künftig sei mit einem jährlichen Zubau von Photovoltaik-Anlagen im Bereich von zwei bis drei Gigawatt zu rechnen. „Das Freiflächengeschäft in Deutschland ist praktisch tot“, sagte Kuhlmann auch mit Blick auf die nun vereinbarten Mindestimportpreise für chinesische Module. Sie liegen nach seiner Aussage bei 56 Cent je Watt. Angesichts der sinkenden Einspeisevergütungen seien Solarparks in Deutschland daher auch nur noch schwer zu realisieren. SAG Solarstrom strebe deswegen auch verstärkt danach, unabhängig von Einspeisevergütungen Projekte umzusetzen, etwa durch Abnahmeverträge (PPA) mit Energieversorgern. Mit dem Kompromiss zwischen der EU-Kommission und China sei nun erst einmal eine Bodenbildung bei den Modulpreisen erreicht.  Die Modulpreise der chinesischen Hersteller hätten aber Ende 2012 bereits deutlich unter diesem Niveau gelegen, so Kuhlmann weiter. Dennoch sei der Kompromiss „das Beste, was uns von dem Schlechten passieren konnte“. Die Lösung sei „moderat vernünftig“, sagte Kuhlmann. Kosteneinsparungen für Freiflächenprojekte seien vielleicht noch bei Wechselrichtern und Montagegestellen möglich.

Angesichts der schwierigen Marktlage in Deutschland hat sich SAG Solarstrom zudem entschieden seinen defizitären Partnervertrieb einzustellen. Seit 2011 seien in diesem Bereich nur rote Zahlen geschrieben worden, sagte Kuhlmann. Auch angesichts der deutlich geringen Volumen habe das Photovoltaik-Unternehmen daher entschieden, den Partnervertrieb zum Ende des zweiten Quartals zu beenden. Dafür wolle sich SAG Solarstrom aber nun verstärkt dem Zweitmarktgeschäft widmen. „Der Partnervertrieb ist daher nicht mehr rentabel für uns. Europa bleibt jedoch ein Markt für Stromproduktionsprojekte für den Eigenverbrauch, integrierte Energieprojekte, für Services und den Zweitmarkt“, sagte Kuhlmann weiter. Insgesamt setze das Photovoltaik-Unternehmen aber auch große Hoffnungen in neue Märkte in Lateinamerika und Afrika sowie die Türkei. Aber auch Großbritannien biete zumindest bis zum 1. Quartal 2014 gute Investitionsmöglichkeiten. Insgesamt strebe das Photovoltaik-Unternehmen aber an, die Internationalisierung seiner Projekttätigkeit außerhalb Europas zu beschleunigen, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)