China verzichtet auf Strafzölle für Polysilizium aus Europa

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Als Reaktion auf die in Europa eingeführten Zölle für chinesische Photovoltaik-Produkte, hatte die chinesische Regierung mit Einfuhrzöllen auf Polysiliziumimporte aus Europa gedroht. Dies hätte unter anderem den weltweit größten Hersteller von Polysilizium für die Photovoltaik-Industrie Wacker Chemie empfindlich treffen können. Laut einem Bericht des Handelsblatt (Dienstagsausgabe) haben Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Wirtschaftsminister Gao aus China den Streit nun beendet.

Gut unterrichtete chinesische Industriekreise zeigten sich gegenüber pv magazine nicht überrascht, dass es nun zu dieser Einigung kam. Keine Importzölle für europäisches Polysilizium zu erlassen erhöhe den Druck auf die EU und EU-Handelskommissar Karel De Gucht, kurzfristig eine Einigung bei den Handelszöllen zu finden. Ansonsten könnte es passieren, dass China im Falle eines Handelskrieges den Interessen einzelner wichtiger EU-Staaten entgegenkommt. Diesbezüglich bedeutsam sei, dass China derzeit keine freiwillige Einigung zu den angedrohten Importzöllen für Wein aus der Europäischen Union anbietet und auch das Antidumpingverfahren gegen Polysiliziumimporte aus den USA nicht einstellt.

Bereits am Freitag hatte pv magazine darüber berichtet, dass sich die Anzeichen für einen Kompromiss mit China verdichten. China hatte Mindestimportpreise für Solarmodul-Importe angeboten. Diese lagen allerdings deutlich unter den von der EU-Verhandlungsdelegation geforderten Preisen. (Mirco Sieg, Hans-Christoph Neidlein)