Desertec Stiftung verlässt Dii-Konsortium

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Die Desertec Stiftung hat ihre Mitgliedschaft bei der Dii GmbH gekündigt. Dieser Schritt sei Ende Juni auf einer außerordentlichen Sitzung einstimmig von Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen worden, teilte die gemeinnützige Stiftung mit. Er sei die Konsequenz aus „den unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten bezüglich der zukünftigen Strategie, den Aufgaben und der dafür notwendigen Kommunikation sowie nicht zuletzt des Führungsstils der Dii-Spitze“. Die Stiftung, die Ideen- und Namensgeberin des Desertec-Konzepts war, wolle negative Auswirkungen auf die eigene Organisation damit vermeiden, hieß es weiter. Dies bezieht sich vor allem auf die zunehmende negative Berichterstattung über die Führungskrise und die Orientierungslosigkeit des Industriekonsortiums. Der Führungsstreit habe bereits zu erheblichen Irritationen geführt sowie Vertrauen und Ruf in das Desertec-Projekt zerstört, hieß es bei der Stiftung weiter. Sie betonte zugleich, ihr Verständnis für die Herausforderungen, mit denen das Industriekonsortium angesichts des enormen Wüstenstromprojekts zu kämpfen habe.

Ob sich das Dii-Konsortium nun einen neuen Namen für sein Projekt einer erneuerbaren Energieversorgung aus den Wüstenregionen suchen muss, blieb zunächst offen. Allerdings heißt es in der Mitteilung, dass die Stiftung alleinige Inhaberin der Markenrechte an Desertec sei und somit auch die Hüterin des Konzepts. In der Dii GmbH haben sich 2009 überwiegend deutsche Konzerne gemeinsam mit der Desertec Stiftung zusammengeschlossen, um eine Umsetzung des Projekts in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten zu realisieren. Gerade im vergangenen Jahr haben sich aber bereits einige Gründungsmitglieder aus dem Konsortium verabschiedet. Zugleich kamen aber neue Mitglieder hinzu, die sich an der Realisierung von Desertec beteiligen wollen. Bislang gibt es nur grobe Pläne. In Nordafrika sollen erste Pilotprojekte realisiert werden. (Sandra Enkhardt)