Solar Bankers interessiert sich für Bosch Solar-Werk

Nach einem Bericht der „Thüringer Allgemeine“ (Freitagausgabe) soll die US-Firma Solar Bankers, LLC an einer Übernahme der Fabrik von Bosch Solar in Arnstadt interessiert sein. Dies habe ein IG-Metall-Vertreter aus Erfurt bestätigt. Die US-Firma mit Sitz im US-Bundesstaat Arizona verfügt bereits über eine deutsche Tochter in Dresden. Sie bezeichnet sich selbst als einer der Pioniere für Photovoltaik-Lösungen der nächsten Generation. Zwischenergebnisse zum Stand der Verhandlungen möglicher Übernahmen von Bosch Solar-Anteilen soll es dem Bericht zufolge im Mai geben. Die endgültige Entscheidung werde voraussichtlich erst im September fallen.

Für Freitag kündigte die IG Metall weitere Proteste der Mitarbeiter von Bosch Solar vor dem Thüringer Landtag in Erfurt an. Zunächst laufe die Produktion in dem Photovoltaik-Werk in Arnstadt weiter. Der Betrieb solle auf jeden Fall bis zur endgültigen Entscheidung im September aufrecht erhalten werden. Dies habe Bosch dem thüringischen Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) zugesichert.

Bosch will definitiv zum Jahresende aus dem Geschäft mit der kristallinen Photovoltaik aussteigen. Dies hatte der Stuttgarter Konzern im März verkündet. Rund 3000 Mitarbeiter, die meisten davon in Arnstadt, sind davon betroffen. Bosch sucht nun Käufer für seine Werke in Thüringen, aber auch für seinen gut 90-prozentigen Anteil an Aleo Solar. Einen Ausstieg aus dem Ausstieg wird es bei Bosch nicht geben. „Bosch hat in den vergangenen Monaten alle Optionen für das kristalline Photovoltaik-Geschäft gründlich geprüft. Bei keiner der geprüften Optionen ergibt sich jedoch eine langfristig wirtschaftlich tragfähige Perspektive“, hieß es zur Begründung für den Ausstieg. Nach den jüngst veröffentlichten Geschäftszahlen hat Bosch allein im Jahr 2012 einen Verlust von einer Milliarden Euro mit seiner Solarsparte gemacht. (Sandra Enkhardt)