Energiespeicher und Microgrids auf dem Vormarsch

Teilen

Die IEEE Standards Association (IEEE-SA) hat eine Studie zum Thema „Energiesysteme der Zukunft: Energiespeicher, dezentrale Energieerzeugung und Microgrids“ veröffentlicht. Drei übergreifende Ergebnisse werden in der Studie benannt. Zum einen stellt sie heraus, dass Europa beim Einsatz von Anlagen zur dezentralen Energieerzeugung und bei Microgrids, also kleinen autarken Stromnetzen, weltweit führend ist. Im Bereich Energiespeicher hätten allerdings die Nordamerikaner die Nase vorn.

Des Weiteren benennt die Studie Energiemanagementsysteme und neue Kommunikationstechnologien als Grundlage für die Transformation des Energiemarktes. Diese seien die Basis für fortschrittliche Netzdienstleistungen wie Smart Metering, Lastenausgleich oder Echtzeitüberwachung, welche die Integration von Energiespeichern, Erneuerbare-Energien-Anlagen und Microgrids in das Gesamtsystem vereinfachen. Zudem kommt die IEEE-Studie zu dem Schluss, dass der Einsatz privater und öffentlicher Gelder die Entwicklung von kosteneffizienten Lösungen in den betrachteten Bereichen „enorm voranbringen“ bringen könnte. Dabei werden insbesondere die Förderung von Forschung und Entwicklung und die finanzielle Unterstützung von Pilotprojekten betont.

Schwierigkeiten bei der Entwicklung und Einführung von besseren Speicherlösungen liegen laut Studie vor allem in den bislang hohen Investitionskosten für solche Systeme und im Fehlen einheitlicher und übergreifender Standards. Die größte Herausforderung für die Erneuerbaren sei ihre Integration in das Stromnetz. Für die Umsetzung von Microgrids werden einheitliche Standards als wichtigste Voraussetzung identifiziert. Durch Smart Grids werden „die traditionellen Normen von Energieversorgungsunternehmen und deren Lieferanten in Frage gestellt“, sagt Charlton Adams, Vorstandsmitglied der IEEE Standards Association. Energiespeicher, dezentrale Energieerzeugung und Microgrids sind seiner Ansicht nach  wichtige Elemente zur Transformation des Energiemarkts. Finanzielle Anreize, gesetzliche Vorgaben und einheitliche Standards seien für die Energierevolution allerdings unabdingbar.

In den Bereichen dezentrale Energieerzeugung, Energiespeicherung und Microgrids gibt es laut Studie große Defizite, was Forschung, Finanzierung und Standardisierung angeht. Eine bessere Koordination und Zusammenarbeit der beteiligten Akteure könne die Kosten für die Entwicklung von Lösungen deutlich senken und die Einführung dieser Technologien beschleunigen.

Die Studie wurde im Auftrag des IEEE von Zpryme Research & Consulting durchgeführt. Sie basiert auf der Befragung von 460 leitenden Mitarbeitern internationaler Unternehmen im Smart Grid-Umfeld im September 2012. Die Befragten sollten ihre Einschätzung dazu abgeben, wie sich Energiespeichersysteme, dezentrale Energieerzeugung und Microgrid-Technologie in den kommenden fünf Jahren entwickeln werden. (Mirco Sieg)