Supermärkte mit 90 Prozent Eigenverbrauch

CentroPlan, ein Joint Venture der Firmen Centrosolar und Pohlen Bedachungen, hat den Auftrag bekommen die Dächer von 100 Filialen eines süddeutschen Lebensmitteldiscounters mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Die Photovoltaik-Anlagen sollen jeweils eine Nennleistung von etwa 80 Kilowatt haben. Insgesamt geht es bei den hundert Dächern also um rund acht Megawatt.

Der erzeugte Strom soll nicht, wie sonst bei ähnlichen Projekten oft üblich, überwiegend in das Stromnetz eingespeist und vergütet werden. Der Fokus liegt laut CentroPlan darauf, einen möglichst hohen Eigenverbrauch des auf den Dächern der Discounter-Filialen erzeugten Solarstroms zu erreichen.  Das Joint Venture rechnet damit, dass bis zu 90 Prozent des Solarstroms in der jeweiligen Filiale verbraucht werden können. Das würde bedeuten, dass nur noch zehn Prozent des Solarstroms eingespeist und gemäß EEG vergütet werden.

Die hohe Eigenverbrauchsquote kann laut Centrosolar erreicht werden, „weil die solare Stromerzeugung und der Strombedarf in einem Verkaufsraum im Tagesablauf zeitlich in weiten Teilen übereinstimmen“. Dies rechne sich auch, obwohl der Lebensmitteldiscounter als Großabnehmer günstigere Preise für Netzstrom bezahlt. Die Kosten für Photovoltaiksysteme seien mittlerweile so stark gesunken, dass die Stromerzeugung mit Photovoltaik trotzdem noch günstiger ist. Insgesamt soll der Strombedarf der einzelnen Filialen mit bis zu 45 Prozent Solarstrom gedeckt werden.

Um die Giebeldächer der Supermarktfilialen, die nur geringe zusätzliche Lasten aushalten, nicht zu schwer zu belasten, hat der Joint-Venture-Partner Pohlen Solar eine neue Unterkonstruktion für die Photovoltaikmodule entwickelt. Damit werden die Module ohne große zusätzliche Lasten dachintegriert verbaut. Das 100-Dächer-Projekt soll bereits Mitte des Jahres 2012 abgeschlossen sein. Auf 70 Dächern seien sie Photovoltaik-Anlagen schon montiert und in Betrieb genommen. (Mirco Sieg)