Marktintegrationsmodell praktisch nicht umsetzbar

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Nach den Vorstellungen der Bundesregierung sollen zehn bis 15 Prozent des produzierten Solarstroms, die keine Vergütung mehr erhalten werden, entweder von den Photovoltaikanlagen-Betreibern selbst verbraucht oder direkt vermarktet werden. „Doch das so genannte Marktintegrationsmodell funktioniert nicht“, so Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE). „Es enthält in sich zu viele Unschlüssigkeiten.“

So sei zum Beispiel völlig unklar, wie sich vorab die 100 Prozent der in einem Jahr eingespeisten Strommenge ermitteln lassen und wie Vermarkter vorher wissen könnten, wann die 85- oder 90-Prozent-Schwelle erreicht worden sei. Somit könnten sie auch kaum die Anmeldefristen zur Vermarktung nach dem bestehenden EEG einhalten. „Viele Anlagenbetreiber werden aller Voraussicht nach den Aufwand für solche Prognosen und entsprechende Verträge nicht auf sich nehmen. Somit droht das vermeintliche Martintegrationsmodell zu einem versteckten Kürzungsmodell zu werden,“, warnt Schütz.

Die geplanten Änderungen gehen nach Ansicht des BEE komplett an den Notwendigkeiten eines zukunftsfähigen Energiemarktes vorbei „und können damit nur ins Leere laufen.“ Die aktuelle Strompreisbildung an den Großhandelsmärkten konzentriert sich an den Grenzbetriebskosten eines Kraftwerks. Rohstoffeinsatz und CO2-Zertifikate fließen darin ein. Bei den Erneuerbaren liegen diese nahe Null. Daher senken sie über den Merit-order-Effekt die durchschnittlichen Großhandelspreise, beispielsweise der Photovoltaikstrom die mittägliche Strompreisspritze. Investitionen in Solarkraftwerke, schnell regelbare Gaskraftwerke oder Speicher sind über den derzeitigen Börsenstrompreis nicht refinanzierbar. „Eine Umgestaltung des Strommarktes ist vor diesem Hintergrund dringend erforderlich“, schlussfolgert Schütz. Nur so sei künftig eine selbsttragende Entwicklung erneuerbarer Energien möglich. (William Vorsatz)

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