photovoltaik-Leserfrage

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Wenn die Sonne scheint und die Solaranlage Strom in das Netz speist, machen alle Wechselrichter Geräusche. Um die Gleichspannung aus den Solarzellen in Wechselspannung umzuwandeln, unterbrechen sie diese im 20-Millisekunden-Takt und polen sie um. Transformatoren oder geeignete Ersatzschaltungen bringen die Spannung in Sinuskurvenform und trimmen sie auf die erforderlichen Netzwerte. „Unangenehme Pfeifgeräusche im Tagbetrieb beruhen auf der hochfrequenten Taktung der Leistungselektronik, die häufig über 16 Kilohertz liegt“, sagt Heribert Schmidt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. Vor allem induktive Bauelemente wie Drosseln oder Transformatoren können zudem in verschiedenen, auch anderen hörbaren Frequenzen schwingen, was über das Wechselrichtergehäuse als Schall abgestrahlt wird. Ein leises Brummen oder Piepen der Wechselrichter im Tagesbetrieb ist deshalb völlig normal.

Nach Einspeiseschluss sollten die Wechselrichter aber schweigen. Das nächtliche Pfeifen der Wechselrichter unseres Lesers ist deshalb eher ungewöhnlich. Dennoch muss kein Geist oder ähnlicher Spuk dahinterstecken. „Auch nach Einspeiseschluss reicht die Solargeneratorspannung noch aus, um zum Beispiel ein Schaltnetzteil zur Versorgung der internen Elektronik für den Standby-Modus in Betrieb zu halten“, berichtet der ISE-Forscher. Erst wenn es praktisch stockdunkel ist, wird das Netzteil vollständig abgeschaltet.

Tritt das Geräusch ausschließlich bei sehr geringen Einstrahlungen kurz vor dem tatsächlichen Abschalten auf, könnte das zum Beispiel durch eine instabile Regelung in diesem Betriebsbereich verursacht werden. Schmidt zufolge ist es aber auch möglich, dass Restentladungen aus Pufferkondensatoren noch bestimmte elektronische Baugruppen mit Strom speisen, die dann alle möglichen Betriebspunkte durchlaufen und dabei durchaus auch einmal kurz pfeifen können. Es gibt also mehrere plausible Erklärungen für die Schlafstörungen eines Wechselrichters. Wer ähnliche Phänomene beobachtet wie unser Leser Andreas Moss, sollte sich am besten an seinen Lieferanten wenden, empfiehlt Schmidt. „Ohne das Gerät genau zu kennen, kann man nur spekulieren.“

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