RWE-Chef schlägt auf Photovoltaik ein

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RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann hat auf der „Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft“ scharfe Angriffe auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) losgelassen. Er erwarte ein „Ausufern der Kosten“. Großmann rechne damit, dass die Energiewende in Deutschland insgesamt Kosten von 250 bis 300 Milliarden Euro verursache, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Er forderte mehr Wettbewerb im EEG. Besonders die Solarförderung sei aus seiner Sicht  „massive Geldverschwendung“. Photovoltaik sei so sinnvoll „wie Ananas züchten in Alaska“, sagte er auf der Jahrestagung. Er stützt sich dabei auf sein beliebtes Argument – die Photovoltaik sei teuer. Solarstrom gebe es in Deutschland an 900 Stunden im Jahr, Windstrom an Land hingegen an 2000 Stunden und Windanlagen auf See würden 3500 Stunden im Jahr Strom liefern. Strom aus Photovoltaik-Anlagen sei viermal so teuer wie Windkraft an Land, sagte er laut dpa weiter.

Großmann schlägt damit in dieselbe Kerbe wie Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Dieser verteidigte im ARD-Morgenmagazin seine Forderungen, dass EEG grundlegend zu überarbeiten. Er werde mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bis zur nächsten Woche einen Vorschlag vorlegen, wie die Kosten für die Photovoltaik in Griff gehalten werden könnten, sagte Rösler. Wenn die Kosten für die EEG-Umlage in Griff behalten wolle, müsse man „an die Photovoltaik ran. Rösler sprach vom „süßen Gift der Subventionen“, die neue Ideen verhinderten und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschland schwächten.  Rösler argumentierte erneut auch mit der Bezahlbarkeit der Energie und der Wirtschaftlichkeit des Ausbaus der erneuerbaren Energien, die er sicherstellen wolle. „Strompreise sind sowas wie die Brotkosten der Neuzeit“, sagte Rösler.

Rösler sprach sich im ARD-Morgenmagazin erneut dafür aus, den Zubau der Photovoltaik zu begrenzen. Dabei hatte er sich erst Anfang der Woche in einem Zeitungsinterview wieder für die Beibehaltung des „atmenden Deckels“ ausgesprochen. Mit seiner Forderung nach einem „starren Deckel“ stellt sich Rösler nun wieder gegen die Meinung der FDP-Bundestagsfraktion. Deren energiepolitischer Sprecher, Michael Kauch, hatte wiederholt betont, dass die Liberalen gegen die strikte Begrenzung des Zubaus von Photovoltaik-Anlagen seien. (Sandra Enkhardt)