Conergy verklagt vier Altvorstände

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Die Conergy AG hat gegen vier ehemalige Vorstandsmitglieder am Donnerstag beim Hamburger Landgericht Klage eingereicht. Dies habe der Aufsichtsrat entschieden, nachdem nach ausgiebiger Prüfung Anlass zur Annahme bestehe, dass „Mitglieder des ehemalige Vorstands ihre aktienrechtlichen Pflichten verletzt haben“, bestätigte eine Sprecherin des Hamburger Photovoltaik-Unternehmens auf Nachfrage. Die Pflichverletzungen stünden im Zusammenhang mit verschiedensten Managemententscheidungen im Vorfeld der Ertrags- und Liquiditätskrise im Jahr 2007. Das Photovoltaik-Unternehmen sei dazu verpflichtet, derartigen Pflichtverletzungen nachzugehen und habe daher beim Hamburger Landgericht Klage gegen ehemalige Vorstandsmitglieder erhoben, hieß es weiter. Auf der derzeit laufenden Hauptversammlung habe der Aufsichtsrat dazu auch Stellung bezogen und die betroffenen Altvorstände benannt. Es handele sich um Hans-Martin Rüter, Heiko Piossek, Christian Langen und Albert Edelmann. Das Photovoltaik-Unternehmen will nach einem Bericht des „Manager Magazins“ insgesamt Schadensersatz in Höhe von 268 Millionen Euro von seinen Altvorständen. 

Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit einigen Wochen gegen insgesamt sechs frühere Manager von Conergy. Im Juli erhob die Behörde Anklage wegen des Verdachts der Marktmanipulation, der Bilanzfälschung sowie Insiderhandels in den Jahren 2006/2007. Zu den Angeklagten zählt auch Dieter Ammer, der nun aber vom Aufsichtsrat angeklagt wurde.

Auf der heutigen Hauptversammlung wird Conergy nun einen neuen Aufsichtsrat wählen. Der "alte" Aufsichtsrat äußerte sich auch zu Thematik eines möglichen neuen Vorstandschefs. Das Photovoltaik-Unternehmen ist seit knapp einem Jahr ohne Vorstandschef, nachdem Andreas von Zitzewitz, der dieses Amt von Dieter Ammer eigentlich nach der Hauptversammlung 2010 übernehmen sollte, kurzfristig Conergy verließ. Der Aufsichtsrat hat in den vergangenen Monaten mit diversen Kandidaten Gespräche geführt. Er befinde sich derzeit in enger Abstimmung mit einem engen Kandidatenkreis und sei zuversichtlich, hier zeitnah zu einem Abschluss zu kommen, so eine Conergy-Sprecherin. (Sandra Enkhardt)

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