Photovoltaik ersetzt Atomstrom

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Nicht nur die Besitzer von Photovoltaik-Anlagen freuen sich derzeit über das anhaltend schöne Wetter, sondern auch die deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Denn viel Sonne bedeutet viel Solarstrom – und der ist hoch willkommen, schließlich sind im Moment wegen des Atom-Moratoriums der Bundesregierung sowie fälliger Wartungsarbeiten nur vier der 17 deutschen Atomkraftwerke am Netz. Dass die Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO, 50Hertz Transmission, Amprion und EnBW Transportnetze trotz des relativ kurzfristigen Abschaltens der Atommeiler die Stabilität der Stromversorgung gewährleisten können, verdanken sie einer eigenen Pressemitteilung zufolge den „vorteilhaften Randbedingungen in den vergangenen Wochen“ – und zu diesen Bedingungen gehören aus ihrer Sicht „geringere Netzlast, viel Solar- und relativ wenig Windstrom“. 

Die Übertragungsnetzbetreiber erwarten in den kommenden Sommermonaten eine angespannte, aber vermutlich beherrschbare Situation, sofern keine außergewöhnlichen Ereignisse in Deutschland oder im Ausland eintreten. Die fehlende Erzeugungsleistung, so heißt es weiter, könne mit Importen, der verfügbaren Erzeugung in Deutschland sowie dem Beitrag der Photovoltaik kompensiert werden.

Pessimistischer sehen die Unternehmen das nächste Winterhalbjahr, sollten die deutschen Atomkraftwerke über die Zeit des Moratoriums hinaus abgeschaltet bleiben. Dann gebe es in Deutschland aufgrund in dieser Jahreszeit typischerweise geringeren Importmöglichkeiten speziell am Abend kaum noch gesicherte freie Erzeugungsleistung. Als Folge sei zu befürchten, dass in Süddeutschland an einigen sehr kalten Wintertagen keine ausreichende Versorgungssicherheit gewährleistet werden könne und das Risiko für großflächige Versorgungsausfälle steige.

Die Bundesregierung teilte unterdessen mit, dass die von den Netzbetreibern geäußerte Sorge eines Strom-Blackouts im Winter zwar ernst genommen werde. Aber auch bei einem forcierten Atomausstieg gelte die Energieversorgung flächendeckend als gesichert. (Petra Hannen)