Röttgen will Unternehmen entlasten

Teilen

Der Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise wird nach Einschätzung der deutschen Wirtschaft zum größten Risiko für den Aufschwung. Das zeigt die aktuelle Frühsommer-Konjunkturumfrage, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) heute Morgen in Berlin vorgestellt hat. Demnach verfolgen die deutschen Manager die schwarz-gelbe Energiepolitik mit großer Sorge; 56 Prozent der über 24.000 befragten Unternehmen sehen die Energie- und Rohstoffpreise als Konjunkturgefahr Nummer eins.

Dabei will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Wirtschaft von den Kosten der Energiewende entlasten. Das geht aus seinem Eckpunktepapier hervor, dass er im Zuge des EEG-Erfahrungsberichts vorgelegt hat. Demnach sollen ab 2012 im Zuge der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mehr Unternehmen von der EEG-Umlage und damit von den Kosten der Förderung der erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft befreit werden als bisher. Bislang müssen Unternehmen, die mehr als zehn Gigawattstunden Strom pro Jahr verbrauchen, nur eine deutlich reduzierte EEG-Umlage von 0,05 Cent je Kilowattstunde zahlen. Diese Grenze soll dem Eckpunktepapier zufolge künftig auf fünf Gigawattstunden sinken. Hinzu kommt ein sogenannter gleitender Einstieg: Bislang mussten die entsprechenden Unternehmen grundsätzlich auf zehn Prozent ihres begünstigten Stromverbrauchs die volle EEG-Umlage zahlen. Künftig wird dieser Anteil gestaffelt, von 100 Prozent bei fünf Gigawattstunden auf zehn Prozent bei zehn Gigawattstunden.

Dieser Vorteil für viele Unternehmen ist jedoch schon jetzt ein Nachteil für alle anderen Stromkunden, da die EEG-Kosten dadurch auf weniger Schultern verteilt werden. Darauf weist der Entwurf des EEG-Erfahrungsberichts deutlich hin: Die EEG-Umlage aller nicht privilegierten Stromkunden wird durch diese Regelung „inzwischen um knapp 20 Prozent erhöht. Hierdurch steigen 2011 die Kosten der nicht privilegierten  Industrieunternehmen, des Sektors Gewerbe,  Handel, Dienstleistung, Transport sowie der Privathaushalte jeweils um rund 700 Millionen Euro.“ Hauptnutznießer der Regelung sind bislang die Branchen NE-Metalle, Chemie, Eisen/Stahl und  Papier. (Petra Hannen)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.