Umweltrat empfiehlt Photovoltaik-Deckelung

Teilen

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) wird am Mittwoch sein Gutachten “Wege zur 100 Prozent erneuerbaren Stromversorgung” präsentieren. Darin kritisiert das Beratergremium vor allem die Solarförderung der Bundesregierung, wie “Spiegel Online” mit Bezug auf die 680-seitige Studie berichtet. Die Photovoltaik-Einspeisevergütung in Deutschland sei viel zu hoch und die Solarbranche habe alle bisherigen Kürzungen locker weggesteckt, heißt es demnach in dem Gutachten. Im Gegenteil wachse die Branche ungebremst weiter und habe auch 2010 alle Ausbauprognosen übertroffen. Die Sachverständigen legen ihrem Gutachten einen Zubau bei Photovoltaik-Anlagen von bis zu 9500 Megawatt für das vergangene Jahr zugrunde. Dies ist allerdings aus Sicht des Bundesumweltministers Norbert Röttgen (CDU) und des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) nicht zutreffend. Beide gehen von einer neu installierten Photovoltaik-Kapazität von etwa 7000 Megawatt aus.

Der rasche Ausbau der Solarkapazitäten aber sei nicht kosteneffizient, heißt es in dem Gutachten weiter. Die Photovoltaik werde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit "eine steile Lernkurve aufweisen", somit bestehe "großes Kostensenkungspotenzial". Der SRU kritisiert dabei besonders, dass die Photovoltaik einen Großteil der EEG-Umlage ausmache. Die EEG-Umlage war 2010 um mehr als 70 Prozent auf 3,53 Cent je Kilowattstunde gestiegen. Die Regierungsberater sehen den Hauptgrund dafür in dem raschen Photovoltaik-Ausbau. Dies gefährde aus ihrer Sicht aber “die Akzeptanz des gesamten Umlagesystems”. Zudem würden bei einer weiteren starken Photovoltaik-Förderung die Mittel für andere erneuerbare Energiequellen fehlen, die aus SRU-Sicht viel effizienter Strom produzieren. Aus diesen Überlegungen gehe hervor, "dass es unabdingbar ist, die Förderung der Photovoltaik in den nächsten Jahren drastisch zu drosseln", heißt es in dem Gutachten. "Die gesellschaftlichen Kosten sinken umso mehr, je später die Anlagen errichtet werden."

Deckel bei 1000 Megawatt

Der Umweltrat spricht sich nach “Spiegel Online”-Informationen für eine Deckelung des Photovoltaik-Zubaus aus.  Die Regierung müsse "eine absolute Obergrenze für die Förderung von Photovoltaik-Kapazitäten pro Jahr" festlegen, fordern die Sachverständigen in ihrem Gutachten. Der Deckel sollte dabei möglichst niedrig angesetzt werden. Der Umweltrat empfiehlt in seinem eigenen Szenario eine jährliche Zubau-Obergrenze von 1000 Megawatt im Jahr. In ihrem Gutachten schreibt er allerdings, dass es Sache der Regierung sei, die konkrete Höhe des Deckels festzulegen. Zugleich bezeichnen die Sachverständigen die im Nationalen Ausbauplan (NAP) der Bundesregierung festgelegten Ziele für den Photovoltaik-Zubau von jährlich 2500 bis 3500 Megawatt als “nicht zu vertreten”. Das aber sei selbst dann nicht kosteneffizient, wenn man davon ausginge, dass die Nachfrage nach Strom in den kommenden Jahren drastisch steigt, heißt es in dem Gutachten. Beim jetzigen Ausbautempo "würde 2020 schon ungefähr die Hälfte der Kapazitäten installiert sein, die in einer 100 Prozent erneuerbaren Stromversorgung in 2050 maximal benötigt werden würden".

Weitere Details zum Gutachten des SRU erhalten Sie nach der öffentlichen Übergabe an den Bundesumweltminister am Mittwoch. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.