Mehr Alternativen bei Modulwahl

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Die Frage, wie Kupfer-Indium-basierte Dünnschichtmodule (CIS und CIGS) endlich erfolgreich auf dem Markt platziert werden können, beschäftigt Entwickler und Firmenstrategen schon geraume Zeit. Die Technologie ist vielversprechend, erreicht sie doch im Labor Wirkungsgrade, die nicht weit unter denen polykristalliner Module sind. Doch was Produktionszahlen angeht, hinkt sie den anderen Technologien noch hinterher. Der kürzlich bekanntgegebene Liefervertrag zwischen Solar Frontier und General Electric zeigt, was bisher oft noch fehlte: Liquidität der Hersteller und große Produktionsanlagen. Da sich das gerade ändert, tun sich bei der Modulauswahl bald neue Alternativen auf (siehe Interview Seite 40).

Solar Frontier alias Showa Shell nahm die Produktion von CIGS-Modulen vor zweieinhalb Jahren auf und hat seitdem etwa 100 Megawatt ausgeliefert. Mit dem Bau eines neuen Werks mit einer Jahreskapazität von 900 Megawatt, das nächstes Jahr fertiggestellt werden soll, positioniert sich die Firma jetzt als größter CIGS-Hersteller weltweit und kann es dadurch mit den Produktionskapazitäten anderer größerer Hersteller aufnehmen, die Dünnschichtmodule oder Module auf der Basis von kristallinem Silizium produzieren.

Die Fähigkeit von Solar Frontier, die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten zu finanzieren – und vermutlich gute Produkte zu liefern – ist der Schlüssel, um neue Kunden zu gewinnen, denen ebenfalls an hohen Marktumsätzen gelegen ist.

Das zeigt der Blick in die USA. General Electric hat schon seit längerem immer wieder Interesse am Solarmarkt bekundet und diese Absichten nun konkretisiert. Dabei geht es um die Abnahme von Solar-Frontier-Modulen. Gleichzeitig will General Electric Cadmiumtellurid-Module auf den Markt bringen und zwar über Primestar Solar, eine Firma aus Colorado mit einer Jahreskapazität von 30 Megawatt, bei der das Unternehmen Top-Investor ist.

Laut Greg Ashley, Chief Operating Officer von Solar Frontier in Amerika, habe General Electric sich jetzt entschieden, weil Solar Frontier nächstes Jahr im neuen Werk schon Module mit einer Leistung von 600 Megawatt produzieren könne. In den Jahren darauf seien es dann 900 Megawatt, zusätzlich zu den dann 100 Megawatt in den vorhandenen Werken. Außerdem hat sein Unternehmen nach seinen Aussagen noch einen weiteren Vorteil: „Viele Start-up-Unternehmen in Silicon Valley sind schon seit geraumer Zeit in diesem Sektor tätig, stehen aber vor der großen Herausforderung, bankable für große Projekte zu werden“, sagte er. Mit dem Begriff „bankable“ bezeichnen Experten, dass Banken in die Modulhersteller so viel Vertrauen haben, dass sie eine größere Menge Fremdkapital zuschießen. Solar Frontier hat finanzstarke Investoren im Hintergrund und dadurch einen Vorteil.

Allerdings ist Solar Frontier nicht die einzige Firma, die eine für den Bau großer Produktionsanlagen erforderliche Finanzkraft aufweisen kann. Hyundai Heavy Industry, ein großes koreanisches Schiffsbauunternehmen, kündigte kürzlich ebenfalls den Bau eines Werks für CIGS-Zellen mit einer Kapazität von 400 Megawatt an. Taiwan Semiconductor Manufacturing Corp., größter Chip-Auftragsfertiger der Welt, setzte vor kurzem den ersten Spatenstich für ein 200-Megawatt-CIGS-Modulwerk. In Deutschland sind zum Beispiel die Firmen Solibro, eine Tochtergesellschaft von Q-Cells, und Avancis sehr aktiv.

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