Photovoltaik kann wichtigste Energiequelle werden

Die Länder des Sonnengürtels, der sich bis 35 Grad nördlicher und südlicher Breite entlang des Äquators erstreckt, sind durch starke Sonneneinstrahlung und häufig hohe Strompreise gekennzeichnet. Hier bietet die Photovoltaik ein einzigartiges Potenzial, denn in diesen Länder hat sie die enorme Chance, bis 2020 zur regulären und bis 2030 zu einer der wichtigsten Stromquellen zu werden. Das ist das wichtigste Ergebnis der Studie „Unlocking the sunbelt potential of photovoltaics“ (Erschließung des Photovoltaik-Potenzials im Sonnengürtel), die der Europäische Photovoltaik-Industrieverband EPIA jetzt vorgelegt hat.

Der Bericht wurde mit Unterstützung des Beratungsunternehmens A.T. Kearney erstellt und untersucht ausführlich 66 der 148 Länder, die dem Sonnengürtel angehören. In der gesamten Region leben heute 75 Prozent der Weltbevölkerung, auf die 40 Prozent des weltweiten Energiebedarfs entfallen; zudem werden auf diese sich rasch entwickelnden Volkswirtschaften in den kommenden 20 Jahren etwa 80 Prozent des prognostizierten Anstiegs des weltweiten Energiebedarfs entfallen. Trotz der hohen Sonneneinstrahlung in diesen Ländern finden sich hier bislang jedoch nur neun Prozent der weltweit installierten Photovoltaik-Kapazität.

Die Studie untersucht jedes Land nach Kriterien wie Attraktivität für Investitionen und Wettbewerbspotenzial und zeigt, dass das Photovoltaik-Potenzial der Länder des Sonnengürtels je nach Szenario bis 2020 zwischen 60 und 250 Gigawatt und bis 2030 zwischen 260 und 1.100 Gigawatt erreichen könnte – also etwa 27 bis 58 Prozent der prognostizierten weltweit installierten Photovoltaik-Kapazität. Mit Ausnahme von China liegen derzeit alle führenden zehn der wichtigsten Photovoltaik-Märkte weltweit außerhalb des Sonnengürtels.

Der EPIA-Bericht hebt hervor, wie wichtig es ist, Photovoltaik-Industrie und Regierungen der Region gleichermaßen zu ermutigen, einerseits die Kapazität zu gewährleisten, um diese in naher Zukunft wichtigen Märkte zu bedienen, und andererseits ihr Engagement zu verstärken, wesentliche Beiträge zur Schaffung wirtschaftlicher Werte in den Ländern zu leisten. Laurent Dumarest, Vizepräsident der Beratungsfirma A.T. Kearney, bemerkt dazu: „Regierungen und Politiker sind gut beraten, die Photovoltaik bewusst als ausdrücklichen Teil ihrer Energiestrategie und Energieplanung zu integrieren.“ (Petra Hannen)