Aleo Solar profitiert von Vorzieheffekten

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Die Aleo Solar AG hat im ersten Halbjahr 2010 von den Vorzieheffekten wegen der zusätzlichen Kürzung der Solarförderung in Deutschland profitiert. Das Photovoltaik-Unternehmen habe seinen Umsatz um 134,5 Prozent auf 277 Millionen Euro steigern können. Das EBIT-Ergebnis lag bei 29,3 Millionen Euro. „Wir haben einen besonders heißen Juni erlebt“, sagte der Vorstandsvorsitzende York zu Putlitz der photovoltaik. Aleo Solar habe es aber geschafft, so gut wie alle Aufträge fristgerecht abzuarbeiten. Nach der Kürzung der Solarförderung zum 1. Juli gebe es derzeit eine Delle bei der Auftragslage in Deutschland. Allerdings sei auch in diesem Jahr wieder eine Jahresendralley hierzulande zu erwarten. „Wir gehen 2010 von einem Wachstum des deutschen Photovoltaik-Marktes von etwa sieben Gigawatt aus“, sagte zu Putzlitz weiter.

Bei Prognosen für die zukünftige Marktentwicklung in Deutschland ist er allerdings vorsichtig. Er rechne damit, dass es sich bei drei bis vier Megawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung einpendeln werde. Insgesamt hält das Unternehmen an seinen bereits erhöhten Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr fest. Der Umsatz werde demnach mindestens 480 Millionen Euro betragen. Zudem strebe Aleo Solar 2010 eine EBIT-Marge von sechs bis sieben Prozent an, so zu Putlitz weiter. Konkrete Ziele für das kommende Jahr will Aleo Solar erst später bekanntgeben. Diese hingen auch von der weiteren Entwicklung des Photovoltaik-Markts in Deutschland ab.

Kapazitäten ausbauen

Die Produktionsmenge von Aleo Solar lag nach eigenen Angaben in den ersten sechs Monaten bei 132,8 Megawatt. Damit habe das Photovoltaik-Unternehmen über seiner nominalen Jahreskapazität von 250 Megawatt gelegen. Dies sei zum einen durch eine Optimierung der Herstellungsprozesse erreicht worden, sagte zu Putlitz. Zum anderen hätten die angelieferten Zellen höhere Werte gehabt, so dass die tatsächliche, in Megawatt gemessene Produktionsmenge gesteigert werden konnte. In seinen drei Werken produziere Aleo Solar weiterhin rund um die Uhr im Mehrschichtsystem. „Dies wird auch so beibehalten“, erklärte zu Putlitz auf Nachfrage. Derzeit gebe es Überlegungen, die Produktionskapazitäten weiter zu steigern. Allerdings gebe es noch keine konkreten Pläne. Aleo Solar sei noch in der Sondierungsphase. Eine Entscheidung solle aber noch in diesem Quartal fallen, sagte der Vorstandsvorsitzende der photovoltaik.

Unabhängiger von einzelnen Photovoltaik-Märkten

Der Auslandsanteil von Aleo Solar lag in den ersten sechs Monaten bei 17,8 Prozent. Dieser solle bis Jahresende noch auf etwa 20 Prozent steigen, so zu Putlitz. Als stärkste Wachstumsmärkte für das eigene Photovoltaik-Geschäft bezeichnete er Italien, Frankreich und Griechenland. Langfristig wolle sich Aleo Solar aber in seinem Geschäft unabhängiger von einzelnen Märkten machen. „Wie schnell sich die Situation auf einem Markt ändern kann, hat das Beispiel Spanien gezeigt“, sagte zu Putlitz. (Sandra Enkhardt)