Systaic in der Krise

Die Systaic AG steckt in der Krise. Im ersten Quartal 2010 erzielte das Photovoltaik-Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 5,085 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert noch bei mehr als 50 Millionen Euro. Ein Grund für den Einbruch sei, dass sich der Baubeginn verschiedener Projekte aus unterschiedlichen Gründen verzögert habe, erklärte Systaic in einem Zwischenbericht. Hinzu komme die schwierige Finanzierungssituation, die weitere Verzögerungen bei der Fertigstellung von Photovoltaik-Projekten verursache, hieß es weiter. Bislang habe Systaic die Gespräche über die künftige Finanzierung des Unternehmens mit den Banken noch nicht abschließen können. Derzeit würden Gespräche mit den Banken und anderen wesentlichen Gläubigern über die Stundung von fälligen Forderungen geführt, bis die Rückflüsse aus Projekten realisiert seien, teilte Systaic seinen Aktionären mit. „Aufgrund der angespannten Liquiditätssituation ist eine Ausweitung des operativen Geschäfts derzeit nur in sehr eingeschränktem Maße möglich“, heißt es weiter.

Im Ausblick verwies Systaic darauf, dass der Fortbestand des Unternehmens davon abhänge, „zumindest teilweise die Zahlungseingänge für ausstehende Forderungen zu realisieren und Einigungen mit den Banken und sonstigen Gläubigern über weitere Stundungen“ im zweiten Quartal zu erwirken. Außerdem müssten die Probleme gelöst werden, die zu den Verzögerungen beim Baubeginn verschiedener Photovoltaik-Projekte geführt hätten. Allerdings sehe sich das Unternehmen derzeit nicht in der Lage, einen Baustart zu finanzieren. Selbst bei einem günstigen Verlauf des zweiten Quartals geht Systaic nicht von einer wesentlichen Verbesserung der Geschäftslage aus, wie es weiter hieß. Für das laufende Geschäftsjahr rechne das Düsseldorfer Photovoltaik-Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 250 und 260 Millionen Euro. Dabei sei ein deutlich positiver Jahresüberschuss geplant. Allerdings räumte der Vorstand ein, dass die Entwicklung von Umsatz und Gewinn im Jahr 2010 wegen der derzeitigen Schwierigkeiten „nicht hinreichend absehbar“ sei.

Hohe Verluste im ersten Quartal

Das operative Ergebnis lag Systaic zufolge im ersten Quartal bei minus acht Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 2,33 Millionen Euro. Die Ergebnisse vor und nach Steuern wiesen mit minus 9,26 Millionen Euro und minus 7,25 Millionen Euro massive Fehlbeträge auf. Allerdings verbesserte sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im ersten Quartal 2010. Dies sei damit begründet, dass Forderungen in Höhe von 17,3 Millionen Euro aus einem Photovoltaik-Großprojekt in Spanien beglichen worden seien. Saisonal bedingt seien die Umsätze im Bereich Energiedachsysteme im ersten Quartal gering gewesen. Mit knapp 2,5 Millionen Euro lagen sie aber deutlich über dem Wert des Vorjahres, wie Systaic bekannt gab. Einen deutlichen Rückgang gab es hingegen im Sektor Industrielösungen. Wegen den Verzögerungen bei verschiedenen Bauprojekten sei der Umsatz von 156.000 Euro zurückgegangen. Im ersten Quartal 2009 lag er noch 48,37 Millionen Euro. Der EBIT-Verlust der Sparte belief sich Systaic zufolge auf sechs Millionen Euro. (Sandra Enkhardt)