Seit einem Jahr veröffentlichen wir bei Enervis monatlich einen Batteriespeicher-Index, der auf historischen Marktdaten basiert und Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher abbildet. Der Index basiert auf historischen Marktdaten und bildet die Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher sowohl aus der Teilnahme am Intraday-Markt als auch an den Regelleistungsmärkten ab. Für jeden Monat der vergangenen 13 Monate werden die jeweils erzielbaren Erlöse ausgewiesen.

Quelle: Enervis
Neue Erlöszahlen für März 2026
Nach den schwachen Wintermonaten sind die erzielbaren Batteriespeicher–Erlöse im März deutlich gestiegen und lagen im Durchschnitt bei rund 13.500 Euro pro Megawatt. Dies entspricht einem Anstieg von 133 Prozent gegenüber Februar und liegt etwa 19 Prozent über dem Niveau von März 2025. Die Spreads an den Spotmärkten nahmen deutlich zu und wurden durch eine höhere Volatilität getrieben. Eine Kombination aus dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten, der die Gaspreise steigen ließ und in der Folge zu höheren täglichen Spitzenpreisen führte, sowie ein erneuter Anstieg der Photovoltaik-Erzeugung, der vermehrt zu Phasen mit sehr niedrigen oder sogar negativen Preisen führte, weitete die Spreads aus und verbesserte die Arbitragemöglichkeiten für Batteriespeicher. Parallel dazu zogen die Preise für Primärregelleistung und negative Sekundärregelleistung wieder an und unterstützten das Erlöspotenzial zusätzlich.
Allgemeine Trends
Die monatlich erzielbaren Erlöse schwankten in den letzten 13 Monaten erheblich. Das Maximum wurde im Mai 2025 mit 19.100 Euro pro Megawatt pro Monat erreicht, während das Minimum im Dezember 2025 bei 5.700 Euro pro Megawatt pro Monat lag. Tendenziell sind die Batterieerlöse in den Sommermonaten höher, dies ist auf die in den Monaten sehr starke Photovoltaik-Erzeugung bei gleichzeitig geringer Gesamtstromnachfrage zurückzuführen. Flankierend ist die konventionelle Erzeugungskapazität saisonal bedingt in den Sommermonaten weniger am Netz, unter anderem aufgrund von Wartungsarbeiten und möglicherweise geringerer Effizienz bei Gaskraftwerken aufgrund hoher Temperaturen. Auch die Verfügbarkeit von Windenergie ist in den Sommermonaten tendenziell niedriger als in den Winter- oder Herbstmonaten. Infolgedessen führen kurzfristige Einspeiseschwankungen oder Prognoseabweichungen der Photovoltaik-Einspeisung in den Sommermonaten unmittelbar zu größerer Volatilität an den Märkten. Dies zeigt sich direkt in einem intensiveren Handel auf dem Intraday Markt.
In den vergangenen zwölf Monaten betrugen die Batteriespeichererlöse im Mittel knapp unter 12.500 Euro pro Megawatt pro Monat (rund 150.000 Euro pro Megawatt für das Gesamtjahr).
Erwartete Erlöse 2026
Analog zur Vorgehensweise für die Historie, bieten wir mit dem Enervis Batteriespeicher- Index auch einen Blick nach vorne. Basierend auf unseren aktuellen Strompreisprognosen, wird der Einsatz eines typischen Stand-alone Speichers im Jahr 2026 modelliert.
Für die erzielbaren Erlöse im Gesamtjahr 2026 wurde das zugrunde liegende Strompreisszenario von enervis auf das Q2/2026-Szenario aktualisiert. Die modellierten Erlöse im neuen Szenario liegen deutlich über denen des Q1/2026-Szenarios. Insgesamt fallen die Erlöse um rund 18.700 Euro pro Megawatt höher aus, was einem Anstieg von etwa 13 Prozent entspricht. Höhere kurzfristige Basispreise sowie größere Spreads an den Spotmärkten, getrieben durch die Aufwärtsanpassung der Brennstoffpreisannahmen infolge des aktuellen Konflikts im Nahen Osten, führen zu diesem höheren Erlösniveau.
Die prognostizierten Erlöse liegen aktuell bei 164.600 Euro pro Megawatt. Es liegt etwa 10 Prozent über dem Durchschnitt der erzielbaren Erlöse der vergangenen zwölf Monate. Die Speicherparameter wurden dabei unverändert beibehalten.
Über die Autoren:
Mirko Schlossarczyk ist Geschäftsführer der energiewirtschaftlichen Unternehmensberatung Enervis Energy Advisors und ein erfahrener Strommarktexperte. Sein Beratungsschwerpunkt liegt auf Strompreisprognosen, Strommarktszenarien und der Asset-Bewertung von Batteriespeichern.
Jonas Anthonioz ist Berater bei Enervis und für Batteriespeicher-relevante Themen zuständig. Neben der Erlösbewertung und Wirtschaftlichkeitsanalyse von Batteriespeicherprojekten entwickelte er den Enervis BESS-Index und den dazugehörigen BESS-Index-Report.
Wenn Sie an einer detaillierteren Analyse und dem vollständigen Report interessiert sind, können Sie diesen hier anfordern.
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