Lichtstreif am Horizont

Geschäftiges Treiben herrschte Anfang Oktober in der Lobby und den Konferenzräumen des Madrider Hotels Melia Barajas. Gut 250 Teilnehmer, die meisten davon aus Spanien, nahmen dort an der Conferencia Industria Solar – España (CIS-ES 2009) teil. Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung, an der hochkarätige Sprecher der Solarverbände und führende Unternehmen teilnahmen, standen die Entwicklung des iberischen Photovoltaikmarktes sowie die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Klagen über Bürokratie

Deutlich wurde, dass es derzeit in Spanien für die Photovoltaik mau aussieht (siehe photovoltaik 10/2009). Ganze 100 Megawatt wurden in diesem Jahr bis Ende September installiert, gegenüber 2,25 Gigawatt im Jahr 2008. Das bekommen nicht nur Solarfirmen zu spüren, die im Freiflächenbereich aktiv sind, sondern auch Unternehmen, die sich auf mittelgroße Dachanlagen spezialisiert haben, wie beispielsweise die Grammer Solar GmbH. Der Systemanbieter aus dem bayerischen Amberg ist seit 2006 mit einer Niederlassung in Valencia präsent. Wurden 2008 noch circa 0,5 Megawatt Aufdachanlagen installiert, so ist der diesjährige Markt laut Geschäftsführer Siegfried Schröpf „bisher praktisch tot“. Auch bei Aleo Solar España sieht es nicht viel besser aus. Sprecherin Theresa Schrötter konstatiert einen „sehr starken Einbruch“. Neben den geänderten Förderbedingungen sowie der Wirtschafts- und Finanzkrise schlagen administrative Hürden negativ zu Buche. Denn auch kleine Neuanlagen müssen jedes Quartal neu angemeldet und genehmigt werden. Grammer-Solar-Chef Schröpf kann ein Lied davon singen, was das in der Praxis bedeutet: Seit über einem Jahr wartet er darauf, dass eine fertig installierte 100-Kilowatt-Dachanlage auf dem Busbahnhof in Valencia ans Netz angeschlossen wird.

Dennoch zeigten sich Branchenvertreter vorsichtig optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass sich die Finanzkrise bald wieder entspannt und die Nachfrage anzieht“, sagte Beatriz de Ugarte von Kostal Solar Electric Iberica S.L. Auch Schröpf geht davon aus, „dass sich die Marktstarre bald wieder löst.“ Schließlich seien ja die Vergütungen von derzeit 32 bis 34 Cent pro Kilowattstunde für Dachanlagen „sehr gut“ und der derzeit gültige jährliche Deckel von 500 Megawatt Zubau bei weitem noch nicht ausgeschöpft.