Mit Tandems für den Käufermarkt

Liebe Leserin, lieber Leser!

Seit Mai ist sie nun in Kraft, die EU-Direktive zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Richtlinie legt für jeden Mitgliedsstaat den Anteil an erneuerbaren Energien fest, der im Jahr 2020 zu erreichen ist. Insgesamt sollen die Länder der Europäischen Union so auf 20 Prozent kommen. Für Deutschland hat die EU-Kommission einen Anteil von 18 Prozent festgeschrieben – Anteil am Endenergieverbrauch, wohlgemerkt. Das bedarf auch hierzulande einiger Anstrengungen. Denn im Moment liegt der Anteil der Erneuerbaren erst bei 9,7 Prozent, und auch der bis 2020 von der Bundesregierung angepeilte 30-prozentige Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch wird für 18 Prozent Anteil am Endenergieverbrauch bei Weitem nicht ausreichen. Wie sich die neue EU-Direktive auf die Branche und die Staaten Europas auswirken wird, lesen Sie ab Seite 20.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist leider nicht an der Photovoltaikbranche vorbeigegangen. Firmen wie Q-Cells und Aleo haben Kurzarbeit eingeführt (Seite 40). Umso wichtiger ist es für die Branche, die Kosten pro Watt zu senken. Ein Weg dahin könnten Tandemzellen aus amorphem und mikrokristallinem Silizium sein. Diese Dünnschichtzellen können mit ihren zwei Schichten einen größeren Teil des Lichtspektrums in Energie umwandeln als amorphe Siliziumdünnschichtzellen mit nur einer lichtaktiven Schicht.

Außerdem enthalten sie keine problematischen oder seltenen Materialien wie Cadmium-Tellurid- oder CIS-Module. Allerdings ist ihr Wirkungsgrad mit rund neun Prozent immer noch relativ gering. Trotzdem sieht der Anlagenbauer Applied Materials Tandemzellen schon bald bei unter einem Dollar pro Watt (Seite 59).

Günstige Module sind auch nötig. Denn die Zeiten, in denen Module nicht verkauft, sondern verteilt wurden, sind ein für alle Mal vorbei. Der viel zitierte Käufermarkt ist da. Jetzt müssen sich vor allem Hersteller und Großhändler überlegen, wie sie ihre PV-Anlagen an die Frau oder den Mann bringen. Solarworld macht es mit seiner Kampagne der „Dachsparkasse“ vor und schaltet mehrseitige Anzeigen in großen Magazinen. Inwieweit die Branche schon reagiert und was zu tun ist, um den neuerdings viel umworbenen Endkunden zu erreichen, erfahren Sie ab Seite 32.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Karsten Schäfer

Chefredakteur