Was kommt nach der Fiesta?

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So wie es derzeit aussieht, wird die spanische Einspeisevergütung ab Ende September um bis zu 35 Prozent gekürzt und der Zubau in 2009 auf maximal 300 Megawatt begrenzt. Bei Freiflächenanlagen sollen die Einspeisetarife von derzeit 45 auf 29 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden, bei Dachanlagen von 45 auf 33 Cent pro Kilowattstunde. Eine entsprechende Änderung des Königlichen Dekrets (Real Decreto) 661/2007 möchte das Industrieministerium durchboxen. Es wird erwartet, dass die Regierung Zapatero dies weitgehend übernimmt.

Offen ist derzeit noch, wie stark Dachanlagen künftig gegenüber Freiflächenan lagen bevorzugt werden. Das Industrieministerium plant eine Begrenzung von 200 Megawatt für Dachanlagen und von 100 Megawatt für Freiflächenanlagen. Die Nationale Energiekommission dagegen möchte den Zubau von Dachanlagen in 2009 auf 50 Megawatt festlegen, die Freiflächenanlagen auf 250 Megawatt.

Egal, welche Variante sich durchsetzt, das Streichpaket hat ernsthafte Konsequenzen für den spanischen PV-Markt. Im Vorfeld der Gesetzesnovelle wiesen die spanischen Branchenverbände ASIF (Asociación de la Industria Fotovoltaica) und Asociación Empresial Fotovoltaica (AEF) darauf hin, dass „der Branche Ver luste von rund 450 Millionen Euro“ drohen und „Investitionen von rund vier Milliarden Euro gefährdet sind.“ Grundsätzlich verhindern konnten sie die Einschnitte trotzdem nicht.

Sicher ist also, dass sich bei der diesjährigen Conferencia de la Industria Solar – España 2008 (CIS-ES 2008) genügend Gesprächsstoff bietet, wie es mit der Photovoltaik und der Solarthermie auf der Iberischen Halbinsel weitergehen wird.

Hochrangige Vertreter aus Politik und Verwaltung, Branchenvertreter und Wissenschaftler referieren im Madrider Hotel Meliá Barajas und stehen Rede und Antwort. Die zweitägige Konferenz ist in mehrere Themenblöcke aufgeteilt, im Fokus stehen politische Rahmenbedingungen, Markttrends und Finanzierung, Marketing und Vertrieb sowie Public Relations. Auf besonderes Interesse dürften der Vortrag von Ramón Jiménez López von KPGM Abogados zur aktuellen Nachfolgeregelung des Königlichen Dekrets 661/2007 sowie die Analyse von Miguel A. Albero von der Banco Santander über Möglichkeiten der Finanzierung von PV-Projekten in Spanien unter den neuen Förderbedingungen stoßen. Wie sich der Markt künftig entwickelt und welche Unternehmen voraussichtlich die besten Chancen haben, beleuchtet ein Runder Tisch unter der Federführung von Eclareon, an dem unter anderem Vertreter des Branchenverbandes ASIF teilnehmen. Spannend ist dabei auch die künftige Bedeutung der gebäudeintegrierten PV auf der Iberischen Halbinsel und neuer Anwendungen wie der solaren Kühlung, der Konzentratortechnik sowie von solarthermischen Kraftwerken. Hierzu referieren unter anderem Anna de la Torre von Viessmann, José Pablo Delgado-Marin von Agencia de Gestión de la Energia de la Región de Murcia (ARGEM) oder Cayetano Hernández Gonzálvez von Iberdrola. Welche Rolle spanische Unternehmen künftig international spielen können, analysiert Gustavo Carrero von Proinso und Jesse Pichel von Piper Jaffray schlägt den Bogen zur Wall Street.

Organisatorin Julia Krohn von der Berliner Solarpraxis erwartet für die diesjährige Madrider Konferenz „rund 400 internationale Fachbesucher“. Bereits bei im vergangenen Jahr war der Andrang mit 363 Fachbesuchern, davon 67 Prozent aus Spanien und 23 Prozent aus Deutschland, groß