Zur Klausur ins Kloster

Es begann mit dem Ausblick, mit den Perspektiven der Photovoltaik. Erst danach kam die Technik. Beim Blick in die nahe Zukunft der PV starrt in diesen Tagen alles auf die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das noch bis zur Sommerpause verabschiedet werden soll und für 2009 eine Absenkung der Einspeisevergütung um neun Prozent vorsieht. „Wenn wir den Markt abstellen, was wir damit ab 2009 tun, dann wird auch das Handwerk abgestellt“, sagte Georg Salvamoser, Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW). Salvamoser beklagte im Kloster Banz eine Neiddebatte: „Statt dass man sich freut, dass ein paar Betriebe über 20 Prozent Gewinn machen, wird nur auf die Gewinne geschaut.“ Mit der Absenkung des EEG würden aber nur mittelständische Betriebe und das Handwerk getroffen, betonte Salvamoser.

Für Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg, sind die Zusammenhänge völlig klar: „Der Markt ist Angebot und Nachfrage. Deshalb sinkt der Preis auch nicht.“ Denn die Nachfrage sei schließlich hoch. Was die Politik jetzt mache, sei die Nachfrage abzuwürgen. „Das Gesetz würde sich mit einer fünfprozentigen Degression irgendwann von selbst erledigen“, sagt Weber. Spätestens wenn PV-Strom nicht mehr teurer als anderer sei. Auch für den Präsidenten des Europäischen Verbandes der Photovoltaikindustrie (EPIA), Winfried Hoffmann, sind die Folgen der EEG-Novelle klar: „Beim Handwerk wird das Sterben anfangen. Die Modul- und Zellhersteller sind die letzen, die davon was merken.“ Trotzdem lasse sich die Photovoltaik nicht mehr aufhalten. Die Frage sei nur, ob Deutschland seine Vorreiterrolle im internationalen Wettbewerb und damit Arbeitsplätze und Know-how behalte. Trotzdem dürften die anderen Märkte auch nicht am Boden bleiben. „Wenn es nicht gelingt andere Märkte mitzunehmen“, gibt Joachim Nick-Leptin vom Bundesumweltministerium zu bedenken, „wenn Deutschland das Überlaufbecken für die PV-Module wird, dann werden wir auch in Zukunft weiter übers EEG diskutieren.“ Angesichts der Brisanz des Themas EEG blieb die anschließende Podiumsdiskussion erstaunlich ruhig und bot nur wenig Kontroverse.

Innovationspreis für Modulares

Am zweiten und dritten Tag erwartete die über 800 Tagungsteilnehmer dann Technik pur. Von neusten Trends bei Wechselrichtern, Modulen und Bypassdioden bis zu Inselsystemen, Gebäudeintegration und Stromspeichern. Unter brochen nur von einem Festvortrag von Harry Lehmann, Leiter des Fachbereichs Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien beim Umweltbundesamt. Lehmann machte noch einmal auf die Endlichkeit unserer Rohstoffe aufmerksam und zeigte anhand von Projekten und Berechungen das Potenzial der erneuerbaren Energien auf. Zum Schluss rief er alle Zuhörer auf, auch wirklich daran zu glauben, dass eine hundertprozentige Energieversorgung aus Erneuerbaren möglich ist: „Wenn Sie nicht daran glauben, wer soll es dann tun?“ Mindestens genauso wichtig wie die Vorträge war auch in diesem Jahr wieder der persönliche Austausch der Teilnehmer in den Klosterfluren und vor allem spät abends und nachts im Bierkeller.

Zu guter Letzt stellte die Jury die Gewinner des „Innovationspreises“ vor. Unter den zehn Nominierungen konnte sich die Firma Phocos mit ihrer „modularen Leistungselektronik für solare Inselsysteme“ durchsetzen und den ersten Preis gewinnen. Platz zwei ging an das „SunEye“ von der Firma Solmetric, das Sonneneinstrahlungs- und Beschattungsinformationen auf Knopfdruck liefert. Den dritten Preis gewann die Firma Papendorf Software Engineering mit dem Produkt „SOL.Connect Center“, einem Überwachungssystem für PV-Anlagen.